Von Pfarrer Dr. Eugen Daigeler

Die Heiligen leben in der Gegenwart

Gedanken zum Fest Enthauptung Johannes des Täufers am 29. August

Ausser der Gottesmutter Maria gibt es keinen Heiligen im kirchlichen Kalender, der mehr als einen Feiertag hat. Das gilt nur für den heiligen Johannes den Täufer. Am 24. Juni feiert die Kirche sein Geburtsfest und am 29. August seinen Märtyrertod.

Geschichtlich geht dieser Festtag zurück auf die Weihe einer Krypta in Sebaste in Samaria, also im Heiligen Land. Dort wurde bereits im vierten Jahrhundert das Haupt des Täufers verehrt. Und von dort kam die Verehrung über Jerusalem in die ganze Kirche.

Man mag das als ein mehr oder weniger interessantes, historisches Detail ansehen. Letztlich hat dieses altehrwürdige Kirchengebäude in Palästina, das in den Stürmen der Zeit zerstört wurde, mit uns doch wenig zu tun, oder? Das ist nur ein Teil der Wirklichkeit, wir werden damit vielmehr an etwas Wichtiges für unseren Glauben erinnert: Die Ereignisse, wie wir sie aus dem Evangelium hören, sind ja nicht nur etwas Vergangenes, gleichsam „alte Geschichten“. Wir wollen sie in unsere Gegenwart holen, sie hören und befragen, was sie uns heute zu sagen haben. Dieses „in unsere Gegenwart Holen“ geschieht stets durch konkrete Menschen, die vom Wort Gottes sprechen, ihm Stimme verleihen. Das geschieht stets an einem konkreten Ort und zu einer bestimmten Zeit, in die eben wir gestellt sind.

In der Gemeinschaft der Kirche, in ihrem Gottesdienst, besonders in den Sakramenten wird die Botschaft des Glaubens in unsere Gegenwart, in unser Leben geholt. Der christliche Glaube ist nicht eine Geschichte „von gestern“, der Glaube an Christus will uns heute stärken und uns den Weg in eine gute Zukunft weisen. Dafür stehen alle Feiertage der Heiligen, so auch „Johannes Enthauptung“.

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