Von Melanie G. Host

Heiligenattribute – Rabe

Krähen und Raben spielen eine Rolle in Sagen und Märchen auf der ganzen Welt. Gottheiten früher Völker haben sich ihre Weisheit, Intelligenz und Flugfähigkeit zunutze gemacht.

In den christlichen Anfängen Europas wandelte sich das Bild des Raben­vogels aufgrund seiner mythologischen Bedeutung bei frühen Kulten in ein Unglück bringendes Tier, welches oft als Aas fressender Begleiter des Teufels betrachtet wurde.

Damals wie heute weiss man um die Nähe der Raben zu Menschen, in deren Lebensräume sie sich gerne zur Nahrungsbeschaffung begeben.

Als Nahrungsbringer diente er auch dem Heiligen, den ich in dieser Ausgabe vorstellen will: Paulus von Theben. Dieser gilt als der erste christ­liche Einsiedler.

Seine Biografie, die «Vita Pauli primi eremitae» wurde vom hl. Hieronymus verfasst.

Um das Jahr 228 in eine oberägyptische Familie hineingeboren, zog es ihn bereits im frühen Alter von 22 Jahren – in der Zeit der Verfolgung durch Kaiser Diokletian – in die Wüste hinaus. Dort wollte er die wirren Zeiten vorübergehen lassen und dann wieder zu den Menschen zurückkehren, doch Gottes Vorsehung hatte anderes mit ihm vor. Die geistlichen Tröstungen, die ihm in Gebet und Betrachtung geschenkt wurden, waren derart, dass er der Einsamkeit und dem Büsserleben den Vorzug gab und nicht mehr in die Welt zurückkehren sollte. Es heisst, dass er sich bis zu seinem 43. Lebensjahr lediglich von den Früchten des Palmbaumes ernährte. Danach wurde er – ähnlich wie der Prophet Elijas – von einem Raben versorgt, der ihm täglich die Hälfte eines Brotes brachte.

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