Von P. Bernward Deneke FSSP

Verschwörungstheorien

Zweifeln Sie an der Mondlandung, an der offiziellen Version von 9 / 11, am menschengemachten Klimawandel oder an der Notwendigkeit der Corona-Massnahmen? Rechnen Sie bei alledem mit dunklen Machenschaften im Hintergrund, mit geheimen Absprachen und gezielter Desinformation? Und halten Sie Personen, die Ihre Ansicht nicht teilen, entweder für Opfer dieser Desinformation oder für Verbündete der verborgenen Mächte? Dann sind Sie offensichtlich ein Verschwörungstheoretiker.

Der Begriff «Verschwörungstheorie» ist nicht neu, aber seit einigen Monaten hat er es ins Rampenlicht der breiten Öffentlichkeit geschafft. Geradezu inflationär wird er in allen möglichen und auch unmöglichen Zusammenhängen gebraucht. Dabei hat er seine Funktion gewechselt: Diente er vorher zur Kennzeichnung einer bestimmten Art, Ereignisse zu erklären, so ist er inzwischen zu einem Kampfbegriff geworden. Indem man jemandem vorwirft, einer Verschwörungstheorie anzuhängen, stellt man ihn als un­seriös, ja sogar als gefährlich hin.

Dieses Urteil mag in vielen Fällen zutreffen. Wer ohne Sachkenntnis steile Thesen im Bereich der Politik, der Wirtschaft, der Medizin aufstellt, den muss man nicht sonderlich ernst nehmen. Mag ja sein, dass manches, was er sich da im Internet zusammengelesen hat, zutrifft. Er selbst jedoch stellt sich durch seine grosssprecherische Gewissheit, seinen Mangel an intellektueller Bescheidenheit kein gutes Zeugnis aus. Und wenn die Theorien, die er von sich gibt, andere Menschen schwerwiegend in die Irre führen, dann ist dieser Typus von Verschwörungstheoretiker tatsächlich gefährlich.

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