Von Pfr. Dr. Eugen Daigeler

Herr, bleibe bei uns!

Gedanken zum Fronleichnamsfest

Mane nobiscum Domine!, unter diesem Leitwort aus dem Lukas-Evangelium stand eines der letzten Dokumente des heiligen Papstes Johannes Pauls II. (1920–2005). Darin legte er eine Betrachtung zum Geschenk und Geheimnis der heiligen Eucharistie vor, das sich in der Bitte der Emmausjünger ausdrückt: «Herr, bleibe bei uns!». Nach wochenlangen Verboten bzw. Einschränkungen gottesdienstlicher Feiern, besonders der heiligen Messe, ist es uns eine ebenso dringliche Bitte geworden, dass der Herr uns leibhaft und wahrhaft nahebleibt im Sakrament seines Leibes und Blutes.

Die körperliche Gebrechlichkeit des Papstes hatte sein rastloses Wirken und Schaffen bereits stark eingeschränkt, als er im Jahr 2004 dieses Lehrschreiben verfasste. Es scheint wie eine Konzentration auf das Wesentliche des katholischen Glaubens, auf das Bleibende vom Lebenszeugnis dieses Papstes, auf das Tragende der Kirche. Üblicherweise deuten Katholiken auf diese Herzmitte unseres Glaubens mit grosser Festlichkeit hin, wie wir sie in der Feier eines festlichen Hochamts oder in den geschmückten Prozessionen zum Fronleichnamstag erleben können. Dies ist in diesen Tagen noch nicht wieder möglich. Das schmerzt viele. Dennoch dürfen wir uns tiefer hineinnehmen lassen in das innerste Geheimnis der Gegenwart des Herrn, die wir im Altarssakrament verehren.

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