Von Christa Meves

Das Baumsymbol

Aussergewöhnliche Situationen bewirken Aussergewöhnliches. In dieser Weise beginnt man neuerdings angesichts des Coronavirus neue Ideen zu entfalten. Was macht man mit Kindern, mit Jugendlichen und mit deren Müttern, wenn man plötzlich in die eigene Häuslichkeit und dort in Quarantäne zurückgeworfen wird? Da lässt sich nun in viele ratlose, sogar mehr oder weniger junge Gesichter sehen. Gut, Spiele sind fast überall vorhanden. Aber wäre nicht etwas vorzuziehen, das der Schule ein wenig näher steht? Zwar hat sich in vielen Ländern die Schulpflicht bereits wieder Gehör verschafft. Die jeweilige Lehrerschaft schickt den Kindern per online Schulmaterialien und fordert Bearbeitung und Rücksendung. Das hört sich einfach an, hat aber die Konflikte bereits in sich. Schliesslich sind Eltern keine ausgebildeten Pädagogen, und die Kinder hatten sich doch gerade darüber gefreut, schulfrei zu haben … 

Ich möchte deshalb den Vorschlag machen, mit einfacheren Zuwendungsformen zu beginnen, z. B. den Kindern, die gern malen, Papier und Stifte zur Verfügung zu stellen und zu bitten, doch einmal den allerschönsten aller Obstbäume zu malen. Angesprochen seien dabei natürlich lediglich Kinder im Schulalter – keine jüngeren. Unter Umständen reicht als Werkzeug ein gut gespitzter Bleistift. Und fähig sind dazu gewiss nur Kinder, die Freude daran haben, überhaupt Vorschläge ihrer Eltern aufzunehmen. Ich darf Ihnen verraten, dass ein solcher Baum in eine Reihe von Zeichentests gehört, die von vorzüglicher Aussagekraft sind und von analytischen Tiefenpsychologen gern verwendet werden. Unabhängig von der Gegebenheit, ob ein Kind auf diesem Gebiet begabt ist, gibt eine solche Zeichnung viele seiner Eigenschaften in erstaunlicher Weise wieder.

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