Von Pfr. Dr. Guido Rodheudt

Himmel ohne Osterhasen

Es gibt, das ist einigermassen sicher, im Himmel keine Schokoladenosterhasen, wenigstens nicht solche, die mit identischem Aussehen, Gewicht und Verpackung vom Fliessband gelaufen sind. Auch wenn das den einen oder anderen nicht begeistern wird, es ist so. Denn nach allem, was wir über Gott erfahren – nicht zuletzt auch im Evangelium vom verlorenen Sohn – ist der Himmel der Ort der absoluten Individualität. Es gibt dort grosse Unterschiede zwischen den Erlösten, die alle in ihrem irdischen Leben verschieden waren und es auch im Himmel sein werden.

Die Heiligen des Himmels – also diejenigen, die nach ihrer persönlichen, ­eigenständigen Entscheidung in ihrem irdischen Leben für Gott gelebt haben – werden auch nach diesem Leben Individuen bleiben, also eigen­ständige, unverwechselbare Wesen. Die menschliche Seele ist nämlich nichts Uniformes, Normiertes oder Geklontes. Die Seele ist etwas höchst Eigenständiges. Weshalb man sich den Himmel zwar wie ein paradiesisches Urlaubsziel in der Karibik oder auf den Kanaren vorstellen darf, wenn man will. Aber keinesfalls in einem der üblichen gleichgeschalteten Urlaubshotels, die auf der ganzen Welt gleich aussehen und in denen Vielgereiste nach dem Aufwachen stets überlegen müssen, ob sie nun in London, Paris oder Tokio sind.

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