Von P. Engelbert Recktenwald

Jesus und das Theodizeeproblem

Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass in der Verkündigung Jesu das Theodizeeproblem überhaupt keine Rolle spielt? «Theodizeeproblem», das heisst: Viele Christen werden von der Frage gequält, wie Gott all das Leid auf der Welt zulassen kann. Einige sind davon persönlich betroffen, andere werden von Nachrichten über das eine oder andere schlimme Schicksal arg mitgenommen.

Und dann gibt es noch jene Atheisten, denen das Problem deshalb sehr willkommen ist, weil sie es als Argument gegen den Gottesglauben ins Feld führen können. Oft tun sie es triumphierend, weil viele Christen keine rechte Antwort darauf wissen und ins Stottern kommen. Wenn Gott das Leid verhindern könnte, warum tut er es dann nicht?

Wie lähmender Mehltau legt sich diese Frage auch auf das Denken mancher Theologen, die, da sie Gott irgendwie entschuldigen wollen, es kaum noch wagen, Güte und Allmacht in Gott zusammen zu denken. Denn sie sagen sich: Entweder will Gott das Leid verhindern, kann es aber nicht; oder er kann es verhindern, will es aber nicht. Entweder fehlt ihm die Macht, dann ist er nicht allmächtig; oder es fehlt ihm der Wille, dann ist nicht gütig. Aber beides zusammen? Wenn er uns vor Leid bewahren kann und es auch will, warum tut er es nicht?

Den vollständigen Artikel können Sie als Abonnent des SKS lesen.

Jetzt Abonnent werden