Von P. Bernward Deneke FSSP

Das Licht auf dem Leuchter

Betritt man als gläubiger Katholik eine protestantische Kirche, so stellt sich der Eindruck ein, in diesem Raum fehle etwas, er fühle sich irgendwie kühl und fremd an. Vermutlich lautet unsere erste Antwort auf die Frage, worin denn der Mangel bestehe: Hier ist kein Altar mit dem tabernaculum, dem «Gezelt» des eucharistisch gegenwärtigen Herrn.

Die Antwort ist zweifelsohne zutreffend. Dennoch machen wir die Erfahrung, dass uns dieses Gefühl einer gewissen Leere und Kälte in einem orthodoxen Heiligtum so nicht überkommt, obwohl sich darin doch ebenfalls keine Stätte der Verehrung des Sakramentes befindet. Andererseits beschleicht es uns durchaus in manchen modernen oder stark modernisierten katholischen Kirchenbauten, in denen sehr wohl ein Tabernakel samt Ewigem Licht vorhanden ist.

So zentral für den Katholiken also der Ort der sakramentalen Gegenwart Jesu ist – es gibt noch etwas Anderes, das für das gläubige Empfinden wesentlich zur inneren Wärme einer Kirche gehört. Fehlt dieses, dann verspüren wir jene eigentümliche Ungeborgenheit und Fremdheit ähnlich einem Kind, das nach längerer Abwesenheit in sein Elternhaus heimkehrt, dort aber die Mutter nicht antrifft. Selbst wenn Jesus in einer solchen Kirche gegenwärtig ist, scheint es, als sei darin das Licht der Welt gleichsam unter den Scheffel gestellt und könne den Raum nicht erfüllen.

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