Von Christa Meves

Weihnachten ist vorüber und jeder Nachdenkliche unter uns schaut dankbar zurück: Die Kirchen waren wieder voll. Hoffnung brandet neu darüber auf, dass sich so viele Hände trotz aller Wohlstandsgefährdungen voll Andacht gefaltet hatten. Grosser Anlass zur Dankbarkeit besteht doch auch darin, dass wir hierzulande immer noch weiter ein Fest in politischem Frieden erleben durften.

Doch der Alltag im neuen Jahr zwingt dazu, zumindest im privaten Bereich, spätestens am 2. Januar zur Kenntnis zu nehmen, dass sich unsere Probleme nicht einfach aufgelöst haben, sondern nach wie vor – ja, meist mehr als in den früheren Jahren – im Raum stehen: Die unruhigen Kinder z. B. werden eher mehr als weniger zappelig, obgleich viele von ihnen mit einem reichlichen Potenzial an Geschenken bestückt wurden, ohne jetzt ruhiger, zufriedener damit beschäftigt zu sein. Ein 14-Jähriger z. B. antwortete auf die Frage seiner Grossmutter, ob er denn schon ihr Buchgeschenk gelesen habe: «Wie soll das gehen, ich habe allein drei Mal Harry Potter Nr. 4 und 5 bekommen, dazu drei Kinderbibeln und eine für Jugendliche. Das alles zu lesen, schaff ich sowieso nicht, da fang ich doch gar nicht erst an!».

Kürzlich berichtete mir eine andere Grossmutter, dass sie ihren Enkel vorher nach seinen Wünschen gefragt habe, und der Fünjährige erbat sich einen neuen Stoffdackel. Wie enttäuscht war sie aber, als sie damit konfrontiert wurde, dass eine der weiteren Grossmütter dem Kind einen lebendigen Dackel präsentierte. Wütend habe sie gefragt, warum er denn bei allen den gleichen Wunsch geäussert habe. «Na, bei einer meiner vier (4!) Grossmütter wird es denn doch wohl klappen – ist doch toll», habe er mit dem Dackel auf dem Arm geantwortet.

Den vollständigen Artikel können Sie als Abonnent des SKS lesen.