Von Christa Meves

Immer mehr Lehrern fällt es schwer, ihren Grundschulkindern zu vermitteln, dass «Weihnachten» mit «h» geschrieben wird. «Wieso», fragte jüngst eins von ihnen, «‹weinen› schreibt man doch auch ohne ‹h›. Und meine Mama weint Weihnachten immer, seit Papa weggegangen ist.» Und ein anderes fügte – sich eine her­unterrollende Träne wegwischend – hinzu: «Spass macht Weihnachten sowieso nicht mehr: die Hälfte der Ferien bei Mama mit ihrem neuen Lover, die andere bei Papa mit seiner doofen Schnalle – Zeit haben die doch eh nur für sich…» Ungezählte Kinder werden hierzulande pro Jahr zu Scheidungswaisen. Was das ist: Die Weihe der Heiligen Nacht, bleibt vielen von ihnen unbekannt, ebenso wie manchen aus ungläubigen Familien, selbst wenn die Eltern noch zusammenhalten; denn nur mit ausgetauschten Geschenken, mit Mastgänsen und Champagner kann es doch wohl nicht getan sein. Weihnachten ist ein christliches Fest, und den Anlass zur Fröhlichkeit bildet die Geburtstagsfeier jenes Messias’, der seit 2000 Jahren den Menschen die Möglichkeit bereitstellt, von der Sinnlosigkeit ihres Lebens, ja, vom Tode selbst erlöst zu werden – unter der Voraussetzung allerdings nur, dass sie an ihn glauben.

Das bei ihren Kindern vorzubereiten, dafür bietet das Weihnachtsfest für gläubige Eltern eine unverzichtbare Gelegenheit; denn Kinder haben für das Mysterium dieser so aussergewöhnlichen Geburtstagsfeier offenbar von ihrem Lebensanfang an so etwas wie einen sechsten Sinn – und es ist eine sündhafte Schande verdummter Erwachsener, ihnen dies spätestens im Schulalter auszutreiben, womöglich gar noch via Religionsunterricht. Doch mit unverwüstlichem Widerstand gegen unseren oberflächlichen Zeitgeist lässt sich dem auch heute noch entgegenwirken, wenn nur das Wesentliche nicht aus den Augen verloren wird: Freude und Dankbarkeit gegen Gott für die Wirkmächtigkeit des Erlösers. Deshalb sollte man nicht resignieren, auch nicht, wenn die Elternschaft zerbrochen ist oder nie bestanden hat. Das ist dann die Stunde der Grosseltern, die dann oft noch eine ursprüngliche Beziehung zur Heiligkeit und Schönheit dieses Festes haben.

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