Von Melanie G. Host

Die Haut ist das grösste und vielseitigste Organ des Menschen. Sie ist ein Hüllorgan, das Schutz vor Umwelteinflüssen (physikalische, chemische, mikrobielle Noxen) bietet und als Tastorgan die Kommunikation mit der Aussenwelt ermöglicht. Die Haut ist zudem ein Ausscheidungsorgan und hat Immunfunktionen inne.

Unsere Haut ist zahlreichen Be­anspruchungen ausgesetzt. Besonders im Winter, wo trockene Heizungsluft und Kälte wechseln, neigt sie zu Trockenheit. Im Folgenden stelle ich Ihnen drei Heilpflanzen vor, die bei Hauttrockenheit helfen.

Hafer
Reizmildernd kann hier der feuchtigkeitsspendende Hafer wirken. Einige der Inhaltsstoffe wie die Polyphenole in der äusseren Schicht des Haferkorns besitzen hautschützende, wundheilende und entzündungshemmende Eigenschaften. Der im Hafer enthaltene Zink ist ebenso für seine wundheilungsfördernde Wirkung bekannt. Gerne setzt man Haferpräparate auch bei Neurodermitis ein.

Hafer spendet Feuchtigkeit, beruhigt bei Hautreizungen und kann Juckreiz lindern. Bei gereizter Haut kann eine Hafermaske sehr wohltuend sein. Man vermengt drei bis vier Esslöffel Hafermehl oder Haferflocken mit der gleichen Menge Wasser oder Buttermilch und trägt die Masse auf das gereinigte Gesicht auf. Nach einigen Minuten mit warmem Wasser abwaschen.

Bei Neurodermitis bedient man sich gerne Präparaten aus Hafer- oder Haferstrohextrakten. In Form eines Bads lindern sie Entzündungen und Jucken.

Hamamelis (Zaubernuss)
Auch die ursprünglich aus den USA stammende Zaubernuss ist wegen ­ihrer antientzündlichen und Juckreiz hemmenden ­Wirkung ein beliebtes Hautmittel. Sie wird aufgrund ­ihrer wundheilenden Wirkung schon seit Jahrhunderten von den Cherokee-­Indianern geschätzt. Im 19. Jahrhundert erregte diese Heilpflanze die Aufmerksamkeit ­europäischer Einwanderer, welche ihr wegen ihres haselstrauchähnlichen Aussehens die Bezeichnung «Zaubernuss» gaben. Heute verwendet man vielfach in Fertigpräparaten ein Destillat ohne Gerbstoffe, d. h. es sollen nur noch die ätherischen Öle enthalten bleiben.

Der Schweizer Pflanzenexperte und Apotheker Dr. Christoph Bachmann sagte, dass er eine handelsübliche Hamamelissalbe «uneingeschränkt auch für Patienten mit Hauterkrankungen oder Menschen mit empfindlicher und trockener Haut, insbesondere Altershaut» empfehlen kann. Diese Salben haben den Vorteil, dass sie im Gegensatz zu Kortison keine Nebenwirkungen haben.

Borretsch
Borretsch ist in Europa schon seit dem Mittelalter als Heilpflanze und Gewürz bekannt. Zunächst ist er wohl als Küchenkraut bekannt, vor allem als Beigabe zu Salaten und Suppen. Man kann ihn aber auch gut bei Hautbeschwerden einsetzen. Die Samen sind oft Inhaltsstoffe für Cremes. Aufgrund seiner speziellen Zusammensetzung ist Borretschöl ein erprobtes Mittel gegen trockene Haut oder Neurodermitis. Es enthält reichlich Omega-6-Fettsäuren sowie Gamma-Linolensäure und hat entzündungshemmende und Juckreiz lindernde Eigenschaften. Gamma-Linolensäure ist eine essenzielle Fettsäure, die der Körper nicht selbst herstellen kann und die daher zugeführt werden muss. Borretschöl hat entzündungshemmende Eigenschaften und verbessert zudem die Immunabwehr.