Von Melanie G. Host

Der Weissdorn (Crateagus monogyna) ist ein Strauch oder kleiner Baum, der zur Familie der Rosengewächse gehört. Er wird fünf bis zehn Meter hoch und bevorzugt als Standort Laubwälder, an Wegränder, Hecken oder Gärten. Hierzulande gibt es neben dem zweigriffeligen Weissdorn noch zwei andere Weissdornarten, den eingriffeligen und den grosskelchigen.

Seit Jahrhunderten ist die Heilkraft des Weissdorns bekannt. So findet er z. B. bei Paracelsus, Plinus und dem Kräuterpfarrer Sebastian Kneipp Erwähnung und Anwendung.

Für die medizinische Wirksamkeit der Weissdornblätter und Blüten sind vor allem die sekundären Pflanzenstoffe verantwortlich. Besonders hervorzuheben sind die sogenannten oligomeren Procyanidinen (OPC) sowie die Flavonoide. Die OPC sind besonders für ihre stark antioxidative Wirkung bekannt. Antioxidantien wie OPC schützen vor freien Radikalen, die die Zellen schädigen können.

Weissdorn hat die Fähigkeit, die Kontraktionskraft und das Schlagvolumen des Herzens zu steigern und die Durchblutung des Herzmuskels zu verbessern. Weissdornblätter und Blüten werden daher in Form von Fertigarzneimitteln bei Herzschwäche (Herzinsuffizienz) verabreicht.

Weissdorn-Tinktur

Frische Weissdornblüten und -blätter in ein Schraubglas füllen und mit 70%-igem Alkohol übergiessen. Vier Wochen ziehen lassen, abseihen und in eine dunkle Tropfflasche füllen. Diese Herztropfen können kurmässig oder in akuten Stressmomenten eingenommen werden.