von Dr. phil. Martha von Jesensky

Beim alttestamentarischen Propheten JEREMIA (17,9–10) lesen wir: «Arglistig ohnegleichen ist das Herz und unverbesserlich. Wer kann es ergründen? Ich, der Herr, erforsche das Herz und prüfe die Nieren …» Gilt das hier Gesagte auch in der medizinisch-wissenschaftlichen Forschung? Ruth Baumann-Hölzle, Leiterin des Instituts «Dialog Ethik» mit Sitz in Zürich, sagt: Der Wille der Forscher ist enorm wichtig, «sich moralisch korrekt zu verhalten. Wenn diese Voraussetzung nicht mehr gegeben ist, wird das Vertrauen der Gesellschaft in die medizinische Forschung in eine tief greifende Krise gestürzt.» Ruth Baumann-Hölzle ist Mitglied der Ethikkommission des Kantons Zürich, sie beurteilt Gesuche im Bereich der Forschung am Menschen. Weiter sagt sie: «Die Gesuche werden nach strengen Kriterien geprüft und kritisch hinterfragt.» Danach sei es aber beinahe «ein Ding der Unmöglichkeit, die eigentliche Forschungsarbeit genau zu kontrollieren … Das moralische Bewusstsein innerhalb der Forschergemeinschaft muss deshalb umso höher sein.» Nun genau dieses moralische Bewusstsein hat bei einigen Forschern des Pharmagiganten Novartis gefehlt, als sie bei ihrer Gentherapie-Erforschung namens «Zolgensma» für Kinder, die mit der Erbkrankheit spinale Muskelatrophie (SMA) geboren wurden, Daten manipuliert haben. Was ist geschehen? Am 6. August 2019 wurde bekannt, dass der Pharmakonzern bei der Erforschung seiner neuen, teuren Gentherapie «Zolgensma» Daten verfälscht hat. Publik wurde dies durch die US-Zulassungsbehörde FDA, die jetzt der Novartis mit zivil- und strafrechtlichen Sanktionen droht.