Von Melanie G. Host

Propolis ist ein Gemisch aus Harz, Bienenwachs und Bienenspeichel, das von der Honigbiene produziert wird. Neben Blütenstaub und Honig sammeln die fleissigen Insekten auch die harzigen und klebrigen Exsudate von Knospen und Blättern verschiedener Bäume, vorzugsweise Pappel, Birke, Weide oder Kastanie. Später werden noch Drüsensekrete und Wachs hinzugefügt. Die Honigbienen verwenden Propolis als Baustoff für Ausbesserungs- und Isolierarbeiten sowie zur Desinfektion des gesamten Bienenstocks. Damit wird der Stock vor Zugluft, Feuchtigkeit und Mikroben geschützt. Die Zusammensetzung von Propolis und damit die Wirkung variiert je nach Herkunft und Jahreszeit stark. Das Kittharz wurde bereits im alten Ägypten als Beimittel zur Mumifizierung sowie bei den Inkas als anti-biotisches Mittel eingesetzt. Die alten Griechen benutzten es bei Kriegsverletzungen als Wundheilmittel. Derzeit erfreut sich Propolis einer Renaissance und hat seit einiger Zeit in vielen Hausapotheken ihren festen Platz.

Inhaltsstoffe und Wirkung
Bisher kennt man ca. 150 Propolis-Inhaltsstoffe. Die meisten von ihnen fallen in die grosse Gruppe der Flavonoide. Weitere Hauptkomponenten sind Carbonsäuren (u. a. Benzoe-, Zimt- oder Kaffeesäurederivate) sowie ätherische Öle. Viele dieser Stoffe sind für antimikrobielle und entzündungshemmende Eigenschaften bekannt, was man seit etwa 40 Jahren in zahlreichen experimentellen und klinischen Studien herausgefunden hat.

Propolis-Tinktur

Besonders für äussere Anwendungsgebiete ist ein alkoholischer Auszug aus Propolis gut geeignet. 100 g Kittharz in 1 Liter Weingeist auflösen. 14 Tage stehen lassen und gelegentlich schütteln. Danach den Auszug durch einen Kaffeefilter geben und in kleine Fläschchen füllen. Entzündete Stellen auf der Haut oder im Mund mit der Tinktur mehrmals täglich bestreichen.