von Dr. phil. Martha von Jesensky

Der renommierte US-amerikanische Schriftsteller und Mönch Thomas Merton (1915–1968), schildert in seinem autobiografischen Buch «Der Berg der sieben Stufen» (1948) ein Ereignis, das ihn, bevor er sich zum Ordensleben entschloss, stark beeinflusste. Eines Tages ging er an einer offenen katholischen Kirche vorbei, aus der der Hymnus «Tantum ergo sacramentum» heraustönte. Er blickte durch die Tür hinein und sah dort kniende Menschen singen. Den Sinn dieses Gesanges kannte er:

«Lasset also dieses Zeichen hingestreckt nun beten an.
Altes Vorbild möge weichen,
da der neue Brauch begann.
Was die Sinne nicht begreifen, nehme doch der Glaube an.»

(Tantum ergo sacramentum, venere-mur cernui ; et antiquum documentum, novo cedat ritui ; praestet fides supplementum, sensuum defectui.)

Merton trat in die Kirche ein und wohnte der Eucharistiefeier bei. Eucharistie (Danksagung) ist für Katholiken die Heil bringende Gegenwart Jesu in der Gemeinschaft der Gläubigen – ihre geistliche Nahrung. Sie ist das wertvollste Gut, das die Kirche auf ihrem Weg durch die Geschichte haben kann. Sie verbindet Himmel und Erde. Der Sohn Gottes ist Mensch geworden, um alles Geschaffene in einem höchsten Akt des Lobes dem zurückzuerstatten, der es aus dem Nichts geschaffen hat. Wenn die Kirche die Eucharistie feiert, feiert sie das Gedächtnis des Todes und der Auferstehung ihres Herrn. In diesem Mysterium vollzieht sich das Werk der Erlösung. Papst Johannes Paul II. erklärt: «Dieses Opfer ist für die Erlösung des Menschengeschlechts so entscheidend, dass Jesus Christus es vollbrachte und erst dann zum Vater zurückkehrte, nachdem er uns das Mittel hinterlassen hatte, damit wir so daran teilnehmen können, als ob wir selbst dabei gewesen wären.» (Vgl. Enzylika «Ecclesia de Eucharistia», [Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls] Nr. 159, S. 10–13)

Profanisierung des Heiligen
Ich weiss nicht, ob dieses hochheilige Gedankengut von gewissen Geistlichen verstanden wurde, da einige von ihnen die Türen der Gotteshäuser für völlig fremde, ja blasphemische Zwecke öffnen wollen.

Beispiel
In einer Kirche in Rochester in Südengland wurde anfangs August eine Minigolfbahn eröffnet. Mit Kunstrasen und Kioskhäuschen und allem, was dazugehört. Neben jahrtausendealten Säulen werden jetzt Golfschläger und Bälle ausgegeben. Und beim Spielen hat man den Altar immer im Blick. Bis Anfang September kann man auf der Neun-Loch-Anlage mitten in der uralten Kathedrale golfen. Auch sonntags. Aber nur dann, wenn gerade kein Gottesdienst ist. Und immer kostenlos.