Am 5. September feiert die Kirche die hl. Mutter Teresa von Kalkutta. Es gibt unzählige beherzigenswerte Geschichten aus ihrem Leben. Eine davon scheint mir gerade für unsere Zeit äusserst aktuell. Nie sprach sie negativ über andere. Ihr Motto war stets: «Besser entschuldigen als anschuldigen» (rather excuse than accuse).

Eines Tages kam auch die Tochter einer Familie, die Mutter Teresa am Anfang ihrer Tätigkeit in Kalkutta viel geholfen hatte, und beklagte sich über die Korruption in Kalkutta. Sie wollte, dass ihr Mutter Teresa für einen Verwandten bei der Verwaltung helfe. Mutter Teresa ging auf die Klagen dieser Tochter nicht ein. Diese aber blieb hartnäckig und bohrte mehrmals nach. Mutter Teresa sagte kein schlechtes Wort, sondern wies auf das Gute hin. Darauf schloss die junge Dame frustriert: «Mutter Teresa, wann werden Sie aufwachen? Kalkutta ist eine Hölle von Korruption!» Mutter Teresa blieb ganz ruhig, sah der Dame direkt in die Augen und antwortete: «Ich weiss sehr genau, dass es in Kalkutta Korruption gibt, aber ich weiss auch, dass es Gutes gibt, und ich habe mich entschieden, das Gute zu sehen».

«Ich habe mich entschieden, das Gute zu sehen», was für ein heilendes und Heil bringendes Lebensmotto könnte das für jeden von uns sein!