Von Pfr. Dr. Guido Rodheudt

Warum Pfingsten keinen Datenschutz verträgt

Recht auf Vergessenwerden

Letztes Jahr war es soweit. Europa wurde von der DSGVO erfasst, der  Datenschutzgrundverordnung als europäische Generalregelung zum Schutz der Person und ihrer Daten. Hintergrund der neuen Regelung ist der explosionsartig ausgebreitete Handel mit personenbezogenen Daten, der einen oftmals unfreiwillig einer unabsehbar grossen Öffentlichkeit ausliefert. Zu viele Informationen schwirren durch das Internet, sodass es nötig wurde, den Schutz der Person und der sie betreffenden personenbezogenen Daten zu erhöhen.

Namen, Adressen, Geburtsdaten, Ausweisnummern, IP-Adressen, E-Mail-Adressen, Steuernummern, Autokennzeichen oder Kontoverbindungen gehören zu solchen personenbezogenen Daten, über die der Einzelne seine Hoheit lange verloren hat und nun wiedererlangen soll.

Nun bekommt man das sogenannte „Recht auf Vergessenwerden“ zugesprochen. Niemand soll sich ohne seine Zustimmung ewig und drei Tage im Internet gespeichert wissen. Eine Aussicht, die einem allerdings angesichts des bereits entglittenen Marktes mit Informationen – speziell in den sozialen Netzwerken – eigentlich nur ein müdes Lächeln abgewinnen kann. Zu lange haben wir uns dem grossen Trend untergeordnet. Newsletter hier und da, Social Media-Anbindung über alles andere. Ein Cookie? Kann doch nicht so schlimm sein, allein der Name. Lecker, niedlich, ungefährlich. Eben nicht. Jeder, der das Internet nutzt, ist – datentechnisch gesehen – schnell ein gläserner Mensch, wenn er nicht aufpasst. Viel zu lange gab es viel zu viel (blindes) Vertrauen in die Technologie, mit der Datenkraken wie Amazon, Facebook und Google fleissig Daten sammeln und einen voll im Griff haben. Ob nun die neue Datenschutzgrundverordnung daran etwas ändert, wird sich erst noch zeigen müssen.

 

Pfingsten für alle

Ist es da angesichts der Unsicherheiten und Gefahren der ungefragten Datenverarbeitung unserer Tage und auf dem Hintergrund der Abgründe menschlicher Möglichkeiten, Informationen zu missbrauchen, nicht ein bisschen komisch, so etwas wie Pfingsten zu feiern? Denn Pfingsten feiern wir traditionell, dass elf Männer angeschoben werden, in die Welt zu gehen, um das Evangelium zu den Menschen zu bringen und zwar in exakt der gleichen unverschämt ungebremsten Haltung heutiger Social-Media-Experten. Denn auch sie haben ebenso ungefragt und ohne Genehmigung ihrer Zuhörer das an den Mann gebracht, was sie zu sagen hatten und was sie sagen sollten.

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