Von Melanie G. Host

Der Holunder, auch Elderbaum, Schwarzholder, Holler oder Holderbusch genannt, gehört zur Familie der Geissblattgewächse und zählt mindestens 10 verschiedene Arten.

In der Naturheilkunde wird meistens der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) verwendet. Der Name Sambucus ist von einem altertümlichen Musikinstrument abgeleitet, welches aus den Stielen der Sträucher gefertigt wurde.

Sambucus nigra ist u.a. in Nordamerika, Europa, Westasien, Nordafrika und Australien verbreitet und hat häufig das Erscheinungsbild eines grossen Strauchs. Andere Arten können hingegen mehrere Meter hoch werden. Die doldenartigen Blüten bringen später schwarzblaue Beeren hervor.

Erfahrungsgemäss lässt sich ein Holunderbaum nur ungern verpflanzen, doch es ist ein Versuch wert, selbst einen heranzuziehen – und dies nicht nur auf dem Hintergrund seiner gesundheitsfördernden Eigenschaften, sondern auch aufgrund der Tatsache, dass seine Blüten Bienen, Hummeln und andere Insekten anziehen. Dadurch und durch das Aussäen von Wildblumen im eigenen Garten kann jeder einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass die bedrohten Insekten Nahrung finden.
Tipps für den Anbau: Getrocknete Holunderbeeren über Nacht einweichen, dann zerstossen und die Samen entfernen. Die Samen können Sie dann in Töpfen aussäen und bis zur Keimung im Frühjahr warten. Wenn möglich, sollten Sie diese auf nährstoffreicher, komposthaltiger Erde einsäen. So können Sie die Keimlinge zunächst für ca. 1 Jahr im Topf heranziehen, bevor Sie sie schlussendlich draussen einsetzen. Bis zur ersten Blüte wird es dann allerdings ca. 3 Jahre dauern.

Inhaltsstoffe und Heilwirkung

Es gilt als erwiesen, dass Holunder mehrere hundert Wirkstoffe hat, wobei die wichtigsten wohl die Polyphenole und verschiedenste Anthocyane (sekundäre Pflanzenstoffe, die zu den Flavonoiden zählen und den Beeren ihre dunkle Farbe verleihen), Ursolsäure, Isoquercitin und Linolsäure sein dürften. Zudem enthält er noch die meisten Aminosäuren sowie die Vitamine A, B6 und C.

Tinktur

Holunderbeeren-Sirup gegen Erkältung und Grippe

1 Tasse getrocknete Holunderbeeren, bzw. 2 Tassen frische Beeren
2 Liter Wasser
Mehrere Tassen Zucker nach Belieben

Die getrockneten Beeren einweichen und am Morgen im Wasser aufkochen. Die Hitze reduzieren und mehrere Stunden köcheln lassen, bis die Flüssigkeit um die Hälfte entwichen ist. Dann vom Herd nehmen und abkühlen lassen und durch ein Sieb geben.
Die Flüssigkeit nochmals bei mittlerer Temperatur erhitzen und den Zucker hinzufügen und gut verrühren. Falls Sie nicht so viel Zucker hinzugeben wollen, müssen Sie Alkohol hinzufügen, damit der Sirup haltbar wird.
Um die Wirkung zu verstärken, können Sie dem Sirup noch Holundertinktur aus frischen Blättern oder der Borke hinzufügen. Bei der Herstellung können Sie sich nach anderen im SKS vorgestellten Tinkturen richten.

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