Von Melanie G. Host

W wie Wacholder

Der Gemeine Wacholder (Juniperus communis), auch «Heide-Wacholder» genannt, bevorzugt die nördliche Hemisphäre, wo er entweder als aufrechter bis kriechender Strauch oder kleiner Baum anzutreffen ist, der Höhen bis zu 12 Meter, maximal bis zu 18,5 erreicht. Er kann bis zu 600 Jahre alt werden. Die Nadeln der Sträucher – vor allem Juniperus communis – sind zugespitzt und von blau-grüner Farbe, wodurch sie eine Ähnlichkeit mit Tannen- oder Fichtennadeln aufweisen. Sowohl der Strauch als auch der Baum besitzt zapfenförmige Beeren, die ihre grüne Farbe nach dem ersten Frost in Purpurfarben verändern.

Inhaltsstoffe und Wirkung

Man hat bislang ganze 80 – 100 verschiedene Inhaltsstoffe identifizieren können.

Hauptwirkstoffe sind: Junipen, Alphapinen, Eikosan, Limonen, u. a.. Zudem weist der Wacholder einen nicht zu verachtenden Vitamin C-Gehalt auf. Man sollte wissen, dass beim Wacholder die Bestandteile je nach Art und Standort verschieden sind.

Der Wacholder geniesst seit langer Zeit in den verschiedensten Kulturen grosse Beliebtheit, vor allem für Schwitzbäder, Sauna oder heilungsunterstützend bei verschiedenen Krankheiten.

Die indigene Bevölkerung der USA benutzt die Pflanze gerne bei Erkrankungen wie Durchfall, Lungenerkrankungen oder Grippe sowie bei Geschwüren oder Wurmbefall.

Obwohl es noch nicht sehr zahlreiche Studien über Juniperus gibt, konnte seine antimikrobielle Fähigkeit gut belegt werden. So fand man heraus, dass er eine vergleichbar antibiotische Wirkung aufweist wie Streptomycin. Ein Extrakt aus den Blättern zeigte sich ähnlich wirksam wie das Antibiotikum Amphotericin B.. Resistente Staphylokokken konnten dadurch vergleichbar gut besiegt werden wie durch Gabe weiterer Antibiotika- Arten.

Tinktur

Rezept zur Herstellung einer Tinktur

Tinktur Frische Pflanze in der Blüte im Verhältnis 1:2 mit Alkohol ansetzen. 1–2 TL bis zu zwei Mal täglich einnehmen. Veilchen bei Husten und Keuchhusten nach Madaus (1938): 2 Teelöffel voll mit 2 Glas Wasser kalt ansetzen, 8 Stunden ziehen lassen und tagsüber trinken.

Sirup Aus den Blüten kann Veilchensirup zubereitet werden, indem man eine Handvoll Blüten in Zucker oder Honig mit heissem Wasser einkocht. Mit Honig vermischt wirkt Veilchentee schleimlösend.