Predigt bei der Dankandacht anlässlich der
Priesterweihe von H.H. Michael Gurtner

«Nur danken kann ich, mehr doch nicht», so heisst es am Ende der ersten Strophe jenes Liedes der «Deutschen Messe» von Franz Schubert, welches man während dem Offertorium sang, und die er im Jahre 1826 im Auftrag des österreichischen Physikers Johann Philipp Neumann komponiert hatte, von dem im Übrigen auch der Text der Messe stammt. «Nur danken kann ich, mehr doch nicht».

Diese so treffliche Feststellung, die auch ich mir in dieser hohen Feierstunde zu eigen mache, ist zunächst, wie auch im Lied zum Offertorium, dem es entnommen ist, an den Herrgott gerichtet, an den auch ich meinen allerersten Dank zu entbieten habe. Die ganze Strophe lautet:

«Du gabst, o Herr, mir Sein und Leben, und Deiner Lehre himmlisch Licht. Was kann dafür, ich Staub, Dir geben? Nur danken kann ich, mehr doch nicht.»

Eine bessere Formulierung kann man in solch einer hohen Feierstunde, in der die Gnaden Gottes nur so übergeströmt sind, wohl nicht finden, um dem zu danken, der alles geschaffen hat, der alles erhält und fügt wie es recht ist, dank dem wir heute überhaupt erst hier sind und der heute seiner Kirche neun neue Priester schenken hat wollen. Deo gratias! Als der heutige Vortag des Passionssonntages als Weihetermin festgelegt wurde, was zunächst einmal äussere Gründe hatte, meinten einige, dies sei ein denklich unpassender Tag, da die erste Messe so auf einen Sonntag fällt (eben den Passionssonntag), der seine eigenen, strengeren liturgischen Regeln hat, und der eigentlich keine speziellen äusseren Primizfreuden zulässt. So kann man etwa kein Weiss als liturgische Farbe verwenden, keinen Blumenschmuck, etc.. Passt dies zu einem hellerstrahlten Primizhimmel? Das war die grösste Sorge so mancher Gläubigen und leider auch so mancher Priester. Doch als Priester sollte man sich unter die Liturgie der Kirche stellen, und sich nicht über das erheben wollen, dessen Diener man eigentlich ist. Das möchte ich eigentlich als eine Selbstverständlichkeit voraussetzen. Tatsächlich handelt es sich jedenfalls um das vermutlich allerschönste Datum für eine Priesterweihe: Und auch das alte Kirchenrecht von 1917 legte genau diesen heutigen Samstag vorm Passionssonntag in can. 1006 § 2 als ein ganz besonders geeignetes Weihedatum nahe.