Von Pfr. Dr. Eugen Daigeler

Das Sakrament der Busse

«Bussetun» ist eine Herausforderung, allein das Wort «Busse» wird heute kaum noch gebraucht. Doch unser Heiliger Vater wirbt in vielen seiner Ansprachen dafür, das Sakrament der Busse und der Versöhnung neu zu entdecken.

Am Beginn des öffentlichen Auftretens Jesu steht seine Botschaft der Umkehr, einer neuen Hinkehr zu Gott (vgl. Mk 1,15). Am Osterabend beauftragt Jesus die Apostel, in seinem Namen Sünden zu vergeben (Joh 20,21–23). Am Zeitpunkt wird deutlich, dass diese Vergebung nur zu verstehen ist im Blick auf die Erlösung, die uns durch Christi Sterben und Auferstehen geschenkt ist.

Als Menschen und mehr noch als Freunde Jesu erfahren wir unsere Grenzen oft schmerzhaft, immer wieder erliegen wir der Versuchung zum Bösen. Gleichzeitig spüren wir Gottes Ruf, die Sehnsucht nach dem Guten. Umkehr ist notwendig für ein gelungenes Menschsein und Christsein, denn Busse heisst zuerst: Ich bekenne, dass ich frei bin in meinen Entscheidungen, und ich trage Verantwortung für mein Tun. Schuld und Sünde sind also persönlich, zugleich sind sie Sache der Gemeinschaft, denn wir stehen in Verbindung mit anderen Menschen, mit der Kirche, mit Gott. All diese Verbindungen werden durch Sünde belastet, darum ist die Form der Vergebung Christi auch an die Gemeinschaft seiner Kirche, vertreten durch den Priester, gebunden. Was uns aber am stärksten zur Reue und Versöhnung mit Gott bewegt, ist der Gedanke an die Liebe des Vaters zu mir, und die Glaubensgewissheit: «Gott wird nicht müde, zu vergeben» (Papst Franziskus).

Die Möglichkeiten, Busse und Erneuerung einzuüben, sind vielfältig: durch Fasten, Beten, Taten der Nächstenliebe, die Mitfeier der heiligen Messe und anderer Gottesdienste. Daneben steht herausragend die Beichte, zu deren Empfang die Kirche ihre Gläubigen wenigstens ein Mal jährlich zum Osterfest eindringlich einlädt.