Von Pfr. Dr. Guido Rodheudt

Es gehört zu den frommen Übungen der österlichen Busszeit, sich besonders mit dem Leiden des Herrn zu verbinden. Wir kennen diesbezüglich den Kreuzweg, die Passionsandachten und unter ihnen auch die Andacht zu den letzten Worten Jesu am Kreuz. Wie auch bei anderen Sterbenden sind ja die letzten Worte, die jemand noch kurz vor dem Tod in dieser Welt spricht, bevor er stirbt, sehr nachhaltig und bleiben in guter Erinnerung. Nicht zufällig sind die letzten Worte des Herrn vor seinem Kreuzestod auf Golgotha in der Heiligen Schrift festgehalten.

So werden wir unter anderem Zeuge eines Gespräches, in dem wir Christus sagen hören: «Heute noch wirst Du mit mir im Paradies sein!» Er sagt dies keineswegs zu einem frommen Schriftgelehrten, um ihm seinen Lohn für ein gottgefälliges Leben zu verheissen. Nein, er sagt es zu einem Verbrecher, der neben ihm – ebenfalls an einem Kreuz – auf den Tod wartet. Er soll mit Ihm über die Schwelle des Todes gehen. Er soll in wenigen Augenblicken die Welt des Sichtbaren verlassen und die unsichtbare Welt Gottes betreten.

Hinübergehen mit Christus

Der Herr verheisst, dass Er diesen Verbrecher mitnehmen wird. Und zwar aus dem einen einzigen Grund: weil der Schächer sich bekehrt hat, weil er im letzten Augenblick und vor dem letzten Atemzug seine Schuld eingesehen, bekannt und bereut hat und weil er mit Glauben und Vertrauen in dem, der neben ihm hängt, den Messias, den Gerechten, den Sohn Gottes erblickt hat. Deswegen darf er mitgehen, deswegen wird der Schritt aus dem Leben heraus ein Schritt in das Leben hinein. In ein Leben ohne Verbrecher und Sünder, in ein Leben ohne Zeit und ohne Makel, ohne Zeit und ohne Tod.

Die Diskussion im Todeskampf bringt ihm das zu Bewusstsein. Er, der alles verloren hat – das Gutsein, die Vergangenheit und die Zukunft – dessen Strafe in der unumkehrbaren Vernichtung des Kreuzestodes liegt, sieht im letzten Augenblick ein Licht – direkt neben sich, in dem, der dort zu Unrecht hängt, der nichts Böses getan hat, der freiwillig das Kreuz erduldet, und der dennoch die Macht hat, zu vergeben. Diese Leistung des Verbrechers, dass er glauben und vertrauen kann, selbst in der abgründigsten Stunde, dass er ehrlich sein kann und darüber hinaus bereuen und bekennen kann, all dies öffnet ihm das Tor zum Paradies. Der Messias selbst erteilt ihm die Absolution in der Stunde Seines eigenen Todes.

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