Von Pfarrvikar Otfried Schubert

Die Erkenntnis des göttlichen Glanzes auf dem Antlitz Christi

Zum Zweiten Fastensonntag Am ersten Fastensonntag führte uns die Liturgie der Kirche in die Wüste, wo der Teufel den Herrn, Jesus Christus versucht. Der Widersacher Gottes greift Jesus bei seiner menschlichen Natur an. Der Herr weist in seiner göttlichen Vollmacht die Versuchungen des Satans zurück. Die in der Menschwerdung verborgene göttliche Natur des Heilands wird wirksam, als Christus den Sieg über den Versucher davonträgt. In der Schwachheit der menschlichen Natur siegt die göttliche Natur des Erlösers.

Nun am Zweiten Fastensonntag lässt die Kirche uns mit dem Herrn und den Aposteln Petrus, Jakobus und Johannes auf den Berg der Verklärung steigen. Da wird die verborgene Gottheit Jesu Christi den menschlichen Augen der Apostel sichtbar. So viel überhaupt Menschen die göttliche Herrlichkeit mit den leiblichen Sinnen wahrnehmen können, erkennen die Apostel den göttlichen Glanz auf dem Antlitz Christi (vgl. 2Kor 4,6).

So kann der Apostel Johannes später schreiben, dass die Apostel verkündigen, was sie «gesehen und gehört» haben, nämlich «das ewige Leben, das beim Vater war und uns erschienen ist» (vgl. 1Joh 1,1-4). Die christliche Verkündigung ist das Zeugnis von der «Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater», von Jesus Christus, dem Einzigen, der «Gott ist und am Herzen des Vaters ruht» (vgl. Joh 1,14.18). Der christliche Glaube steht auf dem sicheren Grund dessen, was die Apostel gesehen und gehört haben.

Darauf beruft sich auch der Apostel Petrus: «Denn wir sind nicht klug ausgedachten Geschichten gefolgt, als wir euch die machtvolle Ankunft unseres Herrn Jesus Christus kundtaten, sondern wir waren Augenzeugen seiner Macht und Grösse. Denn er hat von Gott, dem Vater, Ehre und Herrlichkeit empfangen, als eine Stimme von erhabener Herrlichkeit an ihn erging: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe. Diese Stimme, die vom Himmel kam, haben wir gehört, als wir mit ihm auf dem heiligen Berg waren» (2Petr 1,16–18).