Von Pfr. Dr. Johannes Holdt

Die Botschaft des Aschermittwochs, mit dem die vorösterliche Busszeit eröffnet wird, lässt sich in einem Satz zusammenfassen: «Kehre um, Mensch, solange du noch Zeit dazu hast!».

Der Aufruf zur Umkehr, der uns so oft in der Bibel begegnet, erhält am Aschermittwoch eine ganz besondere Dringlichkeit, weil wir daran erinnert werden, dass wir uns damit nicht ewig damit Zeit lassen können. Unser Erdenleben ist begrenzt – ja, manch einer hat schon gemerkt: Es geht wie im Flug vorbei. Darum müssen wir die Zeit nutzen: um das Gute zu tun und das Böse zu lassen, und so zu leben, dass wir Gott gefallen können. So betrachtet, ist der Aschermittwoch ein ernster Tag – ein Tag eindringlicher Mahnung, und wir verstehen, warum er zusammen mit dem Karfreitag der Haupt-Fasttag der Kirche ist. Auf der anderen Seite haben wir im Evangelium gehört, dass wir keinen Anlass haben, jetzt ein trauriges oder gar saures Gesicht zu ziehen und Trübsal zu blasen. Warum nicht? Weil die Botschaft von der Umkehr, von Reue und Busse in Wahrheit eine Frohbotschaft, eine tröstliche Botschaft ist.

Denn es wird uns gesagt: Jeder, egal, wo er gerade steht, kann einen neuen Anfang machen; kann versuchen, aufs Neue ernst zu machen mit dem Glauben, mit der Nachfolge Jesu.

Gott wartet auf einen jeden, und er ist bereit, einen jeden, der sich ihm zuwendet und einen Schritt auf ihn zutut, anzunehmen. Gott ist voller Versöhnungsbereitschaft, er ist «gnädig und barmherzig, langmütig und reich an Güte, und es reut ihn, dass er das Unheil verhängt hat» (Joël 2,13).

Wir haben das zwar schon oft gehört, wir sollten es aber einmal mit neuen Ohren hören und merken, dass das alles keineswegs selbstverständlich ist.