Von Melanie G. Host

R wie Rosenwurz

Die Rosenwurz – auch «Rhodiola rosea » genannt – ist eine Pflanzenart aus der Gattung Rhodiola in der Familie der Dickblattgewächse. Sie ist mehrjährig, erreicht Wuchshöhen zwischen 5 und 20 cm und kommt vor allem in den kalten Zonen Chinas, Russlands sowie im Norden Europas vor. Ihren Namen bekam sie, weil ihre Wurzel, wenn man sie anschneidet, nach Rosen duftet. Rosenwurz bevorzugt feuchte Böden und ist in alpinen Zonen bis ca. 2’280 Metern Höhe anzutreffen. Es gibt viele verschiedene Arten, doch die primäre medizinische Spezies ist Rhodiola rosea.

Einige Heilpflanzen sind als «adaptogen- wirksam» bekannt. Dazu gehört neben dem Ginseng und der Taigawurzel auch die Rosenwurz. Als «Adaptogene » werden jene Heilpflanzen bezeichnet, die den Körper gegen verschiedene Stressoren widerstandsfähiger machen. Gerade in letzter Zeit kann man eine grosse Popularität von Rhodiola rosea als Anti-Aging-Mittel sowie Heilmittel gegen chronische Erschöpfung feststellen.

Inhaltsstoffe

Man geht davon aus, dass die Salidroside und Rosavin die wichtigsten Wirkstoffe sind. Zudem enthält die Pflanze noch Rosin, Rosarin und Tyrosol sowie mindestens 85 essenzielle Öle und 59 wasserlösliche Substanzen.

Anwendung

Es gibt derzeit sehr viele Forschungen zur Heilwirkung von Rosenwurz, wobei man herausgefunden hat, dass einige Arten antiviral und antibakteriell wirken, so z.B. gegen einige Influenzastämme oder das Coxsackievirus B3.

Weitere Rhodiola-Arten haben sehr starke neuroprotektive Wirkungen, d.h., sie schützen die Neuronen vor Schädigungen durch Hypoglykämie oder vor dem Zelltod.

Studien zeigten, dass Rhodiola die Nervenzellen im Hippocampus vor Schäden und kognitiven Defiziten schützte. Man führte eine Studie an 40 hochgradig gestressten Frauen im Alter zwischen 20 und 68 Jahren durch und stellte fest, dass die Abgabe von Rosenwurz deren Aufmerksamkeit, Schnelligkeit und Genauigkeit beim Lösen von Aufgaben verbesserte.

Tinktur

Rezept zur Herstellung einer Tinktur

Getrocknete Rhodiola-Wurzel im Verhältnis 1:5 mit 50 %igem Alkohol ansetzen. Nach 3 Wochen abseihen und in dunklen Gefässen aufbewahren.

Im Akutfall ½ – 1 TL drei Mal täglich einnehmen.

Dosis zur allgemeinen Stärkung: 30 – 40 Tropfen drei bis vier Mal täglich.