Von P. Bernward Deneke FSSP

Sakrale Düfte sind wieder in Mode. Duftlaternen, Räucherstäbchen, Weihrauch sorgen an vielen Stätten – in Geschäften, in Clubs, auch in Privathäusern – für eine besondere, «spirituelle » Atmosphäre. Dort aber, wo man sie früher hauptsächlich antraf, sind diese Düfte nur noch selten zu finden: In den Kirchen fiel das Weihrauchopfer einer angeblichen «Reinigung des Gottesdienstes von überflüssigen Zutaten » zum Opfer.

Manchmal hat man, um das zu rechtfertigen, auf zwei Tatsachen hingewiesen:

1. Weihrauch war zunächst eine ganz profane Einrichtung. Man benutzte ihn zur Säuberung der Luft gegen Insekten, schlechte Gerüche und ansteckende Krankheitsherde. Durch die orientalischen Städte zogen Rauchfassträger, die von den Händlern, den Metzgern, auch den Gaststättenbesitzern dafür bezahlt wurden, dass sie in ihre Räume traten und dort ausräucherten.

2. Der Weihrauch fand im alten römischen Götzenkult Verwendung. Und als der Kaiser selbst göttlichen Rang erlangte, da wurde Weihrauch auch im Kaiserkult benutzt. Den Christen wurde oft die Frage gestellt: Seid ihr bereit, wenigstens ein Weihrauchkörnchen für die heidnische Gottheit oder vor dem Kaiser zu streuen? Die bekenntnistreuen Christen sagten: «Nein.» Und mussten für dieses Nein mit dem Tod bezahlen.

Weihrauch ist weder profan noch heidnisch

Warum also eine profane Angelegenheit, die zudem noch mit Erinnerungen an den Götzenkult verbunden ist, im christlichen Gottesdienst verwenden? Hier sei zunächst daran erinnert, dass Weihrauch nicht nur im Heidentum, sondern auch im alttestamentlichen Judentum verwendet wurde. Und nicht zufällig war er eine der Gaben, die die Weisen aus dem Morgenland dem neugeborenen König in Bethlehem brachten (Mt 2,11), wie es schon beim Propheten Isaias (60,6) angekündigt worden war.

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