Von Pfr. Dr. Johannes Holdt

Nichts im Evangelium steht einfach zufällig da. Alles ist innerlich miteinander verbunden und aufeinander bezogen. So lässt der Evangelist Johannes in der Hochzeit zu Kana etwas vom Geheimnis der Eucharistie aufscheinen, von jenem Fest des Glaubens, das die Gläubigen immer neu mit Christus verbindet und ihnen einen Vorgeschmack gibt auf das himmlische Hochzeitsmahl im Reich Gottes.

Hochzeitsmahl

Hier kommt ein zweiter Aspekt ins Spiel. Zweifellos wird im Evangelium von der Hochzeit in Kana nicht nur auf das Eucharistische Sakrament angespielt, sondern auch auf das Sakrament der Ehe. Um eine Eheschliessung handelt es sich ja – um ein Hochzeitsfest – und zwar steht da am Anfang eine sehr missliche Situation.

Einem Brautpaar passiert an seinem grossen Tag ein schlimmes Malheur: «Sie haben keinen Wein mehr» (Joh 11,3).

Genaugenommen bedeutet das: das Aus für das Fest, eine Blamage vor allen Gästen und ein schlechtes Omen für die Ehe.

«Sie haben keinen Wein mehr» – nehmen wir das einmal in einem tieferen, symbolischen Sinn. Der Wein der Freude ist ihnen ausgegangen, der Wein der Liebe, der Wein des Glücks. Es gibt keinen Grund zum Feiern mehr. Es gibt nur noch den grauen und langweiligen, den zermürbenden Alltag. Wie vielen Paaren geht es so! Wie viele haben das Gefühl: Die Liebe – die am Anfang so faszinierend war – sie hat sich verbraucht. Und wie viele werfen deshalb die Flinte ins Korn, gehen auseinander und suchen anderswo ein neues Glück.

Mit dem Hochzeitspaar im Evangelium geht es allerdings anders. Da wendet sich auf überraschende Weise alles zum Guten. Warum? Aus einem einzigen Grund: Weil das Brautpaar klug genug gewesen war, Jesus Christus zur Hochzeit einzuladen. Durch Christus wird der Mangel zur Fülle. 600 Liter Wasser wandeln sich unter Jesu Händen in erstklassigen Wein, in Wein, der noch besser ist als der erste..

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