Von Pfr. Dr. Johannes Holdt

Wir feiern den Dreikönigstag, dessen offizieller liturgischer Name lautet: «Epiphanie – Fest der Erscheinung des Herrn».

An Weihnachten haben wir auf das neugeborene Kind in der Krippe geschaut. Heute wird uns anschaulich vor Augen geführt, wer dieses Kind ist: Der König der Welt, der göttliche Erlöser, zu dem die drei Weisen aus dem Orient pilgern, vor dem sie niederfallen und den sie mit ihren Gaben ehren.

Diese Sterndeuter müssen aus dem persischen oder babylonischen Raum gekommen sein; dort wurde im Altertum die Sternkunde – Astronomie und Astrologie – besonders gepflegt, und dort hatten die Sterndeuter eine hohe Stellung:

Sie waren in der Regel adliger Herkunft und gehörten als Berater der Könige zum Königshof. Die Bezeichnung der drei Magier als «Könige» ist insofern nicht unberechtigt. (Im Übrigen ist sie abgeleitet von Psalm 72,10: «Die Könige von Tarschisch und von den Inseln bringen Geschenke, die Könige von Saba und Seba kommen mit Gaben».)

Geheimnisvoller Stern

Was hat es mit dem geheimnisvollen Stern auf sich, dessen Aufgang die Sterndeuter beobachteten?

Aller Wahrscheinlichkeit nach handelte es sich dabei um eine besondere Stellung des Königssterns Jupiter, vielleicht in der (äusserst seltenen) Dreifachkonjunktion mit Saturn, der als Stern der Juden galt. Die Deutung «König der Juden» hätte sich dadurch nahegelegt. Auch ein Komet oder eine Supernova (ein explodierender Fixstern) könnte eine Rolle gespielt haben.