Von Pfr. Dr. Guido Rodheudt

Adventliche Gedanken über Leben und Tod

Einige Schüsse, Blut oder ein Schrei – vielleicht auch ein Sturz aus dem Fenster oder ein Pfeil, abgeschossen vom Bogen eines Eingeborenen oder gar eine gewaltige Explosion, bei der ein ganzes Haus in die Luft fliegt. In jedem Fall: jede Menge Tote. Die Filmbranche braucht das Sterben von Menschen zum Überleben. Kein Krimi oder Actionfilm ohne Todesfolge. Das Sterben ist das Salz in der Suppe der Kinowelt, sie braucht ihre Leichen im Keller. Allerdings erhalten nicht wenige Tote anschliessend die Goldene Kamera oder einen Oscar für die beste Nebenrolle, weil sie so schön gestorben sind.

Sterben auf Verlangen

Seit Kurzem scheint die Simulation des Sterbens für die Medien nicht mehr zu reichen. Es muss echt sein. So wie vor einiger Zeit, als man im Fernsehen die Selbsttötung des todkranken ehemaligen Universitätsprofessors Craig Ewert mitansehen konnte. Der intimste Moment des Lebens nach der Geburt wurde öffentlich zur Schau gestellt. Ein Suizid zur Unterhaltung des Fernsehpublikums. Begleitet natürlich von den in solchen Fällen üblichen Humanitätsbekundungen. Wenn sich der Selbstmord «Sterbehilfe» nennt, dann kann man ihn auch im Fernsehen zeigen, dann ist er wissenschaftlich wichtig und für die Menschheit dienlich. Dann sollte man vielleicht sogar davon lernen und sich seinen Wunsch zur Selbsttötung oder zum Getötetwerden im Bedarfsfall vorsorglich auf die Haut tätowieren lassen. Und schon ist das Gezeigte kein Tabubruch mehr, sondern etwas Sinnvolles, etwas, das mit Fortschritt zu tun hat. Und der Griff in die Chips-Tüte gelingt beim Zuschauen im Wohnzimmer ohne Gewissensbisse.

Für einen Christen stellen sich an diesem Punkt natürlich andere Fragen, nicht nur, ob es geschmacklos ist, ein reales Sterben im Fernsehen zu inszenieren und es sich in Ermangelung eines guten Krimis anzuschauen. Nein, es stellt sich die höchst adventliche Frage, wie wir aus der Sicht unseres Glaubens eine solche Sache zu bewerten haben. Ist es denn nicht so, dass wir Christen es mit dem Sterben lockerer nehmen als andere, weil wir doch glauben, dass nach dem Tod noch etwas kommt? Und was ist dann dagegen einzuwenden, dass wir ein bisschen nachhelfen, damit das, was ohnehin nicht mehr aufzuhalten ist, ein wenig schneller geht? (…)

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