Von Melanie G. Host

N wie Niembaum

Der Niembaum, auch unter seinem indischen Namen «Neem» bekannt, zählt zu den wichtigsten Heilpflanzen auf dem indischen Subkontinent.

Er zählt zur Familie der Mahagonigewächse, kann bis zu 40 Meter hoch sowie bis zu 200 Jahre alt werden und gedeiht auch auf trockenem Boden. Die kleinen weissen Blüten haben einen jasminähnlichen Duft, und die Früchte sind essbar.

Schon vor rund 2’000 Jahren nutzten die Inder den Baum mit seinen Erzeugnissen gegen Bluthochdruck, Hepatitis, Blutarmut (Anämie), Lepra, Geschwüre, Verdauungsprobleme, Erkrankungen der Schilddrüse und Nesselsucht.

Der Niembaum enthält mehr als 100 bioaktive Stoffe und ist reich an Proteinen. Wichtigster Inhaltsstoff ist das Azadirachtin, welches Insekten vertreibt. Weitere Stoffe sind u.a. Gedunin (gegen Malaria), Nimbin (entzündungshemmend und fiebersenkend), Nimbidin (antibakteriell), Nimbidol (gegen Malaria und fiebersenkend) sowie Quercentin (gegen Malaria).

In zahlreichen Studien konnte die antibakterielle Wirkung von Neem nachgewiesen werden, so z.B. gegen das Bakterium Staphylococcus aureus («Krankenhauskeim»), das u.a. Hautentzündungen, Muskelerkrankungen oder eine Lungenentzündung verursachen kann.

Indische Forscher von der Andhra University haben in Laborexperimenten festgestellt, dass verschiedene Niembaumextrakte gegen 14 Bakterienstämme wie z.B. Klebsiella pneumoniae wirken (ein Bakterium, das z.B. Harnwegsinfektionen verursachen kann).

Karies wird unter anderem durch das Bakterium Streptococcus mutans ausgelöst. Zudem gibt es weitere Bakterien, die für die Entstehung von Parodontitis verantwortlich sind.

Um diesen Problemen entgegenzuwirken, nutzt man in Indien oder Afrika vielfach kleine Zweige des Niembaumes, die einige Minuten gekaut werden, um die Zahngesundheit zu erhalten.

Tinktur

Niembaum-Tinktur

Frische (oder getrocknete) Neemblätter zerkleinern. In ein verschliessbares Gefäss geben und im Verhältnis 1:5 mit 40%igem Alkohol auffüllen. Ansatz 3 Wochen ziehen lassen und ab und zu kräftig schütteln. Abseihen und die fertige Tinktur in dunkle Fläschchen abfüllen.

3 x tgl. 10 – 30 Tropfen.

Alternative Rezeptur

mit Rinde und Samen:

1 Teil zerkleinerte Neemblätter

½ Teil zerkleinerte Neemrinde

½ Teil zerkleinerte Neemsamen

8 Teile 60%iger Alkohol