Von Pfarrer Dr. Eugen Daigeler

Der heilige Antonius, ein ägyptischer Mönch, Abt und Einsiedler, aus der frühen Kirche des dritten und vierten Jahrhunderts, findet sich im liturgischen Kalender seit alters her am 17. Januar. Seine Verehrung ist seit Jahrhunderten in der Kirche belegt, gefördert bereits durch seinen Freund, den grossen Bekennerbischof Athanasius, der uns eine kurze Lebensbeschreibung des heiligen Antonius hinterlassen hat, worin er ihn als Idealbild eines Mönches zeichnet.

«Idealbild eines Mönches», schön und gut, doch was sollen wir damit anfangen? Wir sind es gewohnt, Heilige vorrangig als Vorbilder praktisch gelebten Christentums zu sehen – ähnlich dem jungen Mann im Evangelium vom Gedenktag (Mt 19,16–26), der von Jesus ein paar praktische Tipps für das Leben als Gläubiger bekommen will. Mit einem Heiligen der Nächstenliebe, da kann man was anfangen, wie der heilige Martin, der mit dem Armen geteilt hat, oder von so vielen nach ihm wie die heilige Mutter Teresa, die sich mit den von ihr gegründeten Missionarinnen der Nächstenliebe Kranken, Ausgestossenen und abgelehnten Kindern zuwandte. Ohne die Leistung dieser Heiligen schmälern zu wollen, würden wir auch sie einseitig verstehen, wenn wir ihre grosse Liebe zu Christus vergässen. Ihr Ringen, ihre Kämpfe gegen die Anfechtung der Trägheit, von denen der heilige Paulus im Epheserbrief (Eph 6,10–13,18) spricht. Ihr Widerstand gegen den Versucher, der uns immer wieder einzureden versucht: Es ist doch eh vergebens, dass du dich bemühst um ein Leben als Christ. Heute machen das alle so oder anders; denk an dich; warum sollst du dich früh aufraffen, um zum Sonntagsgottesdienst zu gehen, das ist doch eh immer dasselbe …

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