Jugendschelte und Jugendkult

Von P. Bernward Deneke

Ältere Menschen neigen zu zwei gegensätzlichen Haltungen gegenüber der Jugend: Ärger und Bewunderung. Die einen nehmen Anstoss an der Lebensart der jungen Menschen und erblicken darin vorwiegend Niedergang: «Unglaublich, was sich die Jugend von heute alles herausnimmt! Wir hätten uns das damals nicht gewagt, nicht einmal im Traum!»

Die Klage über die Unbotmässigkeit der nachkommenden Generationen ist nicht neu. Man kann eine Liste von einschlägigen Zitaten zusammenstellen, deren früheste 5’000 Jahre zurückreichen. So ist auf einer sumerischen Tontafel von ca. 3’000 v. Chr. zu lesen: «Die Jugend hat keine Ehrfurcht mehr vor dem Alter, tritt ungepflegt auf, hat Umsturz im Sinn, will nicht lernen und lehnt die überkommenen Gesetze ab.» Und eine chaldäische Keilschrift um 2’000 v. Chr. lässt uns wissen: «Unsere Jugend ist heruntergekommen und ohne Zucht. Sie hört nicht mehr auf die Eltern. Das Ende der Welt ist nahe.»

Ein uraltes Klagelied

Auch die Heilige Schrift bietet hier manches. «Der Sohn verachtet den Vater, die Tochter stellt sich gegen die Mutter, die Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter», heisst es beim Propheten Micha (7,6), und Paulus nennt unter den Symptomen der vorherrschenden Gottlosigkeit den Ungehorsam gegen die Eltern (Röm 1,30).

Verteidiger der Jugend sagen deshalb: «Wenn man zu allen Zeiten das Klagelied über die angeblich so böse Jugend angestimmt hat, dann handelt es sich offensichtlich um einen normalen Generationenkonflikt. Es gehört wohl zur Psychologie vieler Senioren, dass sie die eigene Jugendzeit verklärt sehen und – möglicherweise aus uneingestandenem Neid? – die ihrer Nachfahren als eine einzige Katastrophe.»

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2018-12-05T19:30:20+00:00

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