Der Menschensohn ist gekommen, um sein Leben als Lösegeld hinzugeben für die Vielen

Von Prof. Dr. Joseph Schumacher

Der Weg zur Herrlichkeit des Reiches Gottes führt über das Leiden und über den Dienst vor Gott und an den Menschen. Das Christentum ist die Religion des Kreuzes, und für Christus bedeutet Grösse und Rang Dienst vor Gott und Dienst an den Menschen, an deren Wohl und an deren Heil, das heisst: an dem, was ihnen für dieses Leben und für die Ewigkeit dienlich ist.

Zwei von den zwölf Jüngern Jesu sind besonders ehrgeizig. Sie wollen im Reiche Christi, das sie sich offenkundig noch sehr irdisch vorstellen, die ersten Plätze einnehmen, mit Jesus zusammen herrschen und mit ihm zusammen regieren. Die Antwort Jesu darauf ist nicht die, dass es in seinem Reich keine Ehrenplätze gibt oder dass man nicht nach ihnen streben darf, sondern: Er weist sie darauf hin, dass der Weg zur Herrlichkeit in seinem Reich über das Leiden führt. Und er stellt fest, dass der den ersten Platz bekommt, der viel Leid erlitten und es in Liebe angenommen und getragen hat, der in enger Gemeinschaft mit Christus gelitten hat.

Dass unser Weg zur Freude der Ewigkeit durch viele Leiden hindurchführt, das hat der Stifter des Christentums nicht nur gelehrt, das hat er auch in seinem Leben sichtbar gemacht. Die höchste Form der Leidensnachfolge ist der Tod. Das erklärt Jesus den zwei ehrgeizigen Jüngern im Evangelium. Und die zwei geben ihm zur Antwort, dass sie selbstverständlich den Tod für ihn zu sterben bereit sind. Sie sind bereit, das gleiche Schicksal zu erleiden wie der Meister. Tatsächlich wurde das Schicksal des Meisters auch das Ihre.

Leidenskelch und Ehrenplätze

Der eine von ihnen hat rund zehn Jahre später, in den vierziger Jahren des 1. Jahrhunderts, das blutige Martyrium erlitten, Jakobus, wir nennen ihn «den Älteren», durch Herodes Agrippa den Ersten wurde er enthauptet. So berichtet die Apostelgeschichte (vgl. Apg 12, 2). Der andere, Johannes, starb zwar eines natürlichen Todes, im hohen Alter, aber er starb, nachdem er viele Leiden und Verfolgungen hatte über sich ergehen lassen müssen.

Christus erkennt an, dass die zwei den Geist der Leidensbereitschaft haben, betont aber, dass daraus noch kein Rechtsanspruch abgeleitet werden kann auf den ewigen Lohn. Das Trinken des Leidenskelches ist die Vorbedingung für die Erlangung von Ehrenplätzen in der kommenden Welt, begründet aber niemals einen Rechtsanspruch darauf. Eine Bedingung ist ihrem Wesen nach etwas anderes als ein Anspruch.

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2018-12-05T16:14:30+00:00

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