Selbstverwirklichung ohne Gnade?

Von Dr. phil. Martha v. Jesensky

Der deutsche Mystiker Johannes von Kastl (15. Jh.) nennt das natürliche Wissen «Unwissen und Dunkelheit» und stellt es der Gnade gegenüber. Warum das? Können wir es denn nicht mit unserer praktischen Intelligenz, kombiniert mit Ehrgeiz, Talenten und Motivation zu Höchstleitungen, ja sogar zur Selbstverwirklichung bringen? Garantiert uns nicht ein solches Streben Anerkennung, materielle Sorglosigkeit und ein grosses Netz an gesellschaftlichen Beziehungen? Um dieses Ziel zu erreichen, versuchen viele Menschen grosse Opfer zu bringen, ähnlich wie diejenigen Christen, die sich ein Leben lang abmühen, um, wie Papst Benedikt VI. (2014) sagt, «gottfähig » zu werden. In beiden Fällen fliesst viel Energie, jedoch in entgegengesetzte Richtung – nur mit dem Unterschied, dass die erste Zielrichtung nicht zur «Gottfähigkeit» hinführt.

Ein Beispiel

Der bekannte Fussballspieler Kevin -Prince Boateng (31) gibt in einem Interview Auskunft darüber, wie er mit seinem Talent, Ausdauer und «Strassenintelligenz » zum Fussballstar wurde: (Zitat)

«Ich war nie der Beste in der Schule, aber ich habe Strassenintelligenz. Ich habe das umgewandelt in Intelligenz, um mein besseres Ich zu finden. Und deswegen bin stolz auf mich… Du musst mental bereit sein, deinen Weg allein zu gehen. Ich hab’s so extrem gemacht, dass ich mich sogar von meiner Familie abgeschottet habe… Ich musste diesen Weg gehen; nur ich. Ein Jahr nicht gefeiert, nur zum Training und wieder heim. Ein guter Freund hat gekocht, sechs Monate komplett abgeschottet, dann bist du clean.» Und über seinen Trainer (Kovac) sagt er: «Er gibt alles als Trainer, er liebt seine Arbeit und überlegt sich 24 Stunden am Tag, welche Taktik er spielen soll, wer im nächsten Spiel auflaufen soll. Das ist so eine positive Verrücktheit. Diese Zielstrebigkeit finde ich einfach geil.» («DER SPIEGEL» Nr. 20 / 2018)

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2018-09-26T16:52:04+00:00

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