Von Prof. Dr. Josef Spindelböck

Wie steht es mit nichtkatholischen Christen oder ungetauften Menschen? Können auch sie in den Himmel kommen? Oder kommen sie gar in die Hölle?

Diese Fragen gläubiger Menschen führen uns hin zur ewigen Bestimmung des Menschen – Himmel oder Hölle –, die wohl keinen unberührt lassen kann. Manche freilich leugnen die Wichtigkeit dieses Themas. Die Frage wird heute verdrängt, doch begegnet sie oft in säkularer Gestalt: «Hat mein Leben einen Sinn? Wie erreiche ich das Glück? Hat es Bestand? Was kommt nach dem Tod?»

Nicht falsche Heilspropheten wollen wir hören, sondern dem menschgewordenen Sohn Gottes dürfen wir vertrauen, der uns das ewige Leben verheisst. Gott will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen (vgl. 1Tim 2,4).

Wie soll das geschehen? Jesus sagt: «Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden» (Mk 16,16).

Der ordentliche Heilsweg ist die Zugehörigkeit zur wahren Kirche Christi, die in der Katholischen Kirche verwirklicht ist (vgl. 2. Vatikanisches Konzil, «Lumen gentium», Nr. 8) und der wir durch Glaube und Taufe angehören. Wer ohne seine Schuld nicht zum Glauben an Christus und seine Kirche gelangt, der kann dennoch gerettet werden, wenn er Gott von Herzen sucht und seinem Gewissen folgt. Das gilt sogar für Atheisten, wenn sie wirklich schuldlos an ihrem Irrtum sind, sofern sie nur die Wahrheit und das Gute suchen (vgl. «Lumen gentium», Nr. 16).

Nicht gerettet werden können hingegen jene, die um die Heilsnotwendigkeit der von Christus gestifteten Kirche wissen, aber nicht in sie eintreten oder in ihr ausharren wollen. Nicht gerettet wird auch jener Gläubige, der zwar den Glauben bewahrt, aber die Liebe verliert, wenn er eine schwere Sünde begeht und stirbt, ohne sie zu bereuen (vgl. «Lumen gentium», Nr. 14). Ein letztes Urteil über einen verstorbenen Menschen steht nicht uns zu, sondern nur Gott, dem Richter der Lebenden und der Toten.