Wahrhaft eine Speise und ein Trank

Von Prof. Dr. Josef Spindelböck

Ist die Rede Jesu im Evangelium nicht drastisch? Er möchte den Menschen, und so auch uns, sein Fleisch und sein Blut zu essen und zu trinken geben; er will sich uns selbst zur Speise geben!

Angesichts einer solchen Aussage gibt es zwei Möglichkeiten: sich entsetzt von Jesus abzuwenden und zu sagen: «Mit diesem Menschen will ich nichts mehr zu tun haben», oder aber zu fragen, was Jesus denn wirklich meint und sich von ihm die Augen des Herzens im Glauben öffnen zu lassen. Dabei helfen uns seine eigenen Worte. Denn er sagt auch: «Mein Fleisch ist wirklich eine Speise, und mein Blut ist wirklich ein Trank.»

Das will heissen: Es wird ein Mahl geben, das zwar besonderer Art ist, aber in dem dennoch eine wirkliche Speise und ein wirklicher Trank genossen wird.

Die Gestalt dieser Speise und dieses Trankes ist uns Menschen vertraut und zumutbar: Es geht um Brot und Wein. Doch wenn wir fragen, wen wir in diesem heiligen Mahl empfangen, dann lautet die Antwort Jesu, dass er selber es ist, der sich uns zur Speise gibt. Gott wird für uns zum Brot; er stärkt uns in seinem Sohn Jesus Christus auf dem Pilgerweg des irdischen Lebens und schenkt uns ewiges Leben. An dieser himmlischen Speise gilt es nicht achtlos vorüberzugehen; nötig ist ein lebendiger Glaube, in dem wir Gottes Gegenwart wahrnehmen und es ihm zutrauen, dass er uns seinen Sohn schenkt unter den Gestalten des Brotes und des Weines im heiligen Sakrament des Altares.

Beim Letzten Abendmahl hat uns der Herr auf sakramentale Weise das Gedächtnis seines Leidens und Sterbens als Testament seiner Liebe hinterlassen. Der Herr gibt sein Fleisch und Blut hin für das Leben der Welt; und in den Zeichen von Brot und Wein schenkt er sich uns zur Speise. Und hier gelten die Worte Jesu: «Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. »

Freilich ist dies nicht eine Wirkung, die unabhängig von unserem Glauben und unserer inneren Einstellung eintritt. Wer nicht an Jesus Christus glaubt und das Eucharistische Brot nicht von gewöhnlicher Speise unterscheidet, empfängt diese himmlische Speise nicht in Heil bringender Weise. Im berühmten Lied «Lauda Sion Salvatorem » (deutsch: Deinem Heiland, deinem Lehrer), verfasst vom heiligen Thomas von Aquin, heisst es in einer Strophe: «Gute kommen, Böse kommen, alle haben ihn genommen, die zum Leben, die zum Tod.» Und weiter: «Bösen wird er Tod und Hölle, Guten ihres Lebens Quelle, wie verschieden wirkt dies Brot!»

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2018-08-20T19:54:03+00:00

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