Von Melanie G. Host

F wie Flechte

Die Flechten mit der lateinischen Bezeichnung usnea sind jene, die meist von Bäumen herabhängend wachsen und daher auch als «Bartflechten» bezeichnet werden. So heissen sie auch im Englischen beispielsweise «old man’s beard».

Heutzutage sind rund 600 Arten bekannt, von denen besonders usnea barbata (Bartflechte) oder usnea longissima als Heilpflanze zum Einsatz kommen.

Die Bartflechte wurde bereits vor mehr als 4’000 Jahren in Ägypten zur Behandlung verschiedener Erkrankungen genutzt. Auch im europäischen Raum setzt man sie schon seit etwa 1’000 Jahren erfolgreich ein. Sie ist eines der wirksamsten natürlichen Antibiotika.

Je nachdem, welche Wachstumsbedingungen die Pflanze vorfindet, variiert ihre Grösse sehr stark. Manchmal sind es kleine, buschige Gewächse oder aber bartähnliche Fäden, die von Laub- oder Nadelbäumen herunterhängen. Die kleinen Exemplare sind meist graugrün, die grösseren gelblich-grün.

In reiner Hochgebirgsluft wächst Usnea länger als in der mit Schwefel u. a. belasteten Luft im Flachland. Bartflechten benötigen ein saures Milieu und entstehen deshalb nur an Bäumen mit saurer Rinde. Sie bevorzugen kühlere Regionen mit einer hohen Luftfeuchtigkeit und häufigen Niederschlägen. Mitunter findet man sie sogar auf Steinen.

Tinktur

1:5 Kraut/Flüssigkeit (zur Hälfte Wasser und Kornalkohol). Beispiel: 100 g Flechtenkraut plus 250 g Wasser und 250 g Alkohol. Die Flechte fein zerkleinern oder pulverisieren, das Wasser hinzugeben und über Nacht köcheln lassen. In ein hitzebeständiges Gefäss füllen und mit Alkohol bedecken. Zwei Wochen ziehen lassen und abseihen. 30–60 Tropfen bis zu vier Mal täglich.

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