Von Kaplan Florian Leppert

Ein weiteres Leiden des Hl. Geistes besteht darin, dass ihn die Christen betrüben und zwar auf zweifache Weise. Sie begehen der Menge nach lässliche Sünden und machen so den Ausspruch des Propheten Ezechiel wahr: «Ein Unglück, ein Unglück kommt über das andere» (Ez 7).

Denn die lässliche Sünde überliefert die Seele dem Tode, weil sie den Weg zur Todsünde bahnt. «Sie erstickt allmählich den Hl. Geist», sagt der hl. Thomas von Aquin, «der ein freigiebiger Ausspender aller Gaben ist; sie lässt die Gaben versiegen, deren Spender er ist. Eine solche Lähmung seiner Liebe, Kraft und Gnade macht aber den Hl. Geist betrübt. Ebenso das Vergessen seiner Liebe und das Missachten seiner Gnadenwirkungen; ebenso die leichtsinnigen Ausflüchte: »‹die lässliche Sünde hat nicht viel zu bedeuten, sie sei nur eine Kleinigkeit, sie ist ja noch keine Todsünde›: Diese Gleichgültigkeit und Unempfindlichkeit gegen seine Wohltaten und Einsprechungen, mit einem Wort dieser Undank gegen den Hl. Geist betrübt ihn.« Darum sprach die Gottesmutter
zur hl. Birgitta: »Betrübe den Geist der Liebe nicht, der in dir wohnt, durch Lauigkeit und Unvollkommenheiten «. Und die hl. Theresia sagt: »Die lässlichen Sünden, die den Flug der Seele nach Vollkommenheit lähmen, die nach und nach das geistliche Leben dem Tod nahebringen, sind eine Beleidigung und grosse Betrübnis für den Hl. Geist.