Johannes XXIII.: ein inniger Verehrer des kostbaren Blutes Christi

Von Generalvikar Andreas M. Fuchs

Der heilige Papst Johannes XXIII. war ein grosser Förderer der Andacht zum kostbaren Blut Christi. Er hat die Litanei zum kostbaren Blut approbiert und am 30. April 1960 ein eigenes Schreiben über das kostbare Blut Christi verfasst («Inde a primis»). Ich möchte einen kurzen Überblick über diesen Apostolischen Brief geben.

Warum soll ich das Blut Christi verehren?

Nach einigen einleitenden Worten in diesem Schreiben, legt Johannes XXIII. den Gläubigen die Verehrung des kostbaren Blutes mit folgenden Worten ans Herz: «Wenn der Wert des Blutes des Gottmenschen Jesus Christus unendlich ist und wenn die Liebe unendlich ist, die ihn dazu getrieben hat, es vom achten Tage nach seiner Geburt an bei der Beschneidung und dann im Übermass im Todeskampf und in dem langen Gebet im Garten Gethsemane, bei der Geisselung und Dornenkrönung, beim Aufstieg zum Kalvarienberg und bei der Kreuzigung zu vergiessen, und wenn schliesslich die grosse Wunde in seiner Seite geöffnet worden ist, damit ein Zeichen jenes göttlichen Blutes existiere, das sich auch in alle Sakramente der Kirche ergiesst, so fordert das alles nicht nur als geziemend, sondern als in höchstem Masse notwendig, dass alle Gläubigen, die durch dieses Blut wiedergeboren worden sind, ihm fromme Verehrung, Anbetung und überströmende Liebe entgegenbringen.»

Es geht ums Wesentliche, um die Liebe

Die unendliche Liebe Gottes, die sich gerade darin zeigt, dass Jesus sein Blut für uns vergiesst, erfordert eine überströmende Antwort der Liebe: «amor con amor si paga», sagten die Heiligen, «Liebe kann nur durch Liebe vergolten werden». Die Verehrung des kostbaren Blutes Christi ist also nichts Nebensächliches, weil es ums Herz, um den Mittelpunkt, um die Liebe geht. Wenn wir die Liebe Christi zu uns und unsere Liebe zu ihm betrachten, dann könnten wir ob unserer kleinen Liebe erschrecken und den Mut verlieren. Dies wäre aber die falsche Reaktion, denn wenn unser Herz auch klein ist, wenn wir Jesus mit ganzem Herzen lieben, dann ist dennoch das Ganze da und es fehlt nichts. Dies drückt der heilige Bernhard von Clairvaux wunderbar aus: «Die Liebe des Bräutigams, vielmehr der Bräutigam, der die Liebe selber ist, sucht als Gegengabe nur Liebe und Treue. Wie könnte die Braut nicht lieben, die doch Braut der Liebe ist? Wie könnte die Liebe nicht wiedergeliebt werden? Mit Recht verzichtet die Braut auf alle anderen Gefühle und widmet sich ganz der Liebe allein; ihre Aufgabe ist es, der Liebe durch Liebe zu antworten. Denn wenn sie sich auch in der Liebe völlig verausgabte, wie wenig wäre das, verglichen mit dem, was ewig jenem Quell entströmt? Ist das Gelöbnis der Braut nichts; nichts das Sehnen der Seufzenden, nichts die Glut der Liebenden, nichts das Wagnis des Vertrauens, weil es nicht möglich ist, mit dem Schritt des Riesen Schritt zu halten? Nein! Denn wenn das Geschöpf auch weniger liebt, weil es geringer ist – wenn es mit seinem ganzen Sein liebt, fehlt nichts, weil da das Ganze ist.»

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2018-08-19T23:21:00+00:00

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