Von Christa Meves

Um Himmels willen – schrei, wenn du kannst; denn mit ein wenig sensationslüsterner Anteilnahme zwischen Furcht und Mitleid kann es doch angesichts von Kindermorden nicht bleiben. Auch mit dem berechtigten, rasch wieder unterdrückten Bedürfnis nach Lynchjustiz und mit lebenslänglich wegsperrenden Gerichtsurteilen für die mörderischen Kinderschänder ist es doch nicht getan. Es müssen doch aus diesen immer häufiger auftretenden Auswüchsen endlich die notwendigen Schlüsse und das heisst: Grundsätzliches zur Abhilfe getan werden. Wer wagt es, angesichts dieser neuen, nie je in der Geschichte der Menschheit in dieser Weise in Erscheinung getretenen untermenschlichsten Abscheulichkeiten weiterhin wegzusehen? Wer der Jüngeren kann angesichts dieser weit verbreiteten, schulterzuckenden Verdrängungsneigung je noch ein Wort der Verurteilung über die Gräuel des Hitlerreiches, der Konquistadoren oder der Kreuzzüge äussern?

Hier gilt es aufzustehen – hier gilt es Alarm zu schlagen. Hier müssten doch endlich die Ursachen dieser grassierenden Unmenschlichkeiten aufgedeckt und von dorther weiteren Fürchterlichkeiten dieser Art entgegengewirkt werden. Anzeigepflicht gegen Verdächtige, wie es die Regierung neuerdings versucht, greift viel zu kurz – ist ein unter Umständen rasch zu Missbräuchen führender unzureichender Flicken auf einem schlechten Rock. Aber von einer tiefgreifenden Einsicht sind unsere Instanzen weit entfernt. Vor einiger Zeit wagte eine seriöse Ärztezeitschrift kommentarlos zu behaupten, die Unruhe in der Bevölkerung sei lediglich Folge von „Kriminalangst“, die durch Massenblätter hochgeputscht werde. Im Grunde aber weise die Statistik über Kindermorde rückläufige Zahlen auf. Das ist eine der langjährig geübten Methoden, mit blanken Lügen der allmählich aufwachenden Bevölkerung, besonders den besorgten Eltern, Sand in die Augen zu streuen. Hier kann nur das Wort von Winston Churchill gelten: „Ich glaube nur an die Statistiken, die ich selbst gefälscht habe.“ …

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