Nutzung der digitalen Medien durch Kinder

Von Christa Meves – Der Umgang unserer Kinder mit den digitalen Medien wird in der Pädagogik der Schule und durch elterliche Ratlosigkeit auf diesem Sektor zu einer dringlich werdenden Frage, zumal Computersucht bereits zu einem so häufig blockierenden Problem geworden ist, dass sich die Notwendigkeit von therapeutischen Einrichtungen ergeben hat. Dabei ist die Fülle und Unübersichtlichkeit, die sich durch immer neue Erfindungen wie dem Smartphone, iPad, eBook, u.a. ergibt, bei vielbeschäftigten Eltern und Lehrern zu einem sorgenvollen Fragen-Areal geworden. Was in welchem Alter tut auf diesem Sektor nun den Kindern gut, was fördert in ihnen ihre Bildung und ihre Leistungsfähigkeit? Oder verdienen all diese bequemen, künstlichen Neuerungen nicht zunächst einmal vorsichtige Skepsis? Da sich die neuen Techniken so rasch – uns vereinnahmend – in unser Leben hineingedrängt haben, entsteht auch die berechtigt Frage: Bekommt denn überhaupt dem menschliche Gehirn dieser Ansturm einer täglichen mehrstündigen Nutzung der neuen Medien? Bei diesen Fragen ist besonders die Hirnforschung gefordert, wissenschaftliche Einsicht und damit Orientierungshilfe zu vermitteln.

Negative Auswirkungen auf das Hirnwachstum

Der Hirnforscher Professor Manfred Spitzer in Ulm z. B. hat sich hier als Experte bereits seit Jahren zu einem Vorreiter gemacht, dessen Ergebnisse, die er in allgemein verständlichen Büchern publiziert,  in der Pädagogik beachtet werden sollten. Spitzers Bilanz kulminiert in einer fulminanten Warnung. Wer ihm auf seinen Vorträgen, mit denen er durch die Lande zieht, zuhört, erfährt, dass er mit Verve für die gesamte Kindheit und Jugend vor der Nutzung der digitalen Medien ein wohl begründetes Fragezeichen setzt. Mit neuen wissenschaftlichen Fakten beweist er, dass die neuen Medien als Lernobjekte nicht verwendet werden dürften, da sie für die Ausgestaltung des Gehirns direkt hinderlich sind. Im Zentrum seiner Argumentation scheint sich dabei das wissenschaftliche Ergebnis zu erweisen, dass auch hier die Länge die Last trägt und das Übermaß der Nutzung nicht etwa eine Steigerung der notwendigen Lernvorgänge hervorruft, sondern ihre Einschränkung. Apodiktisch erklärt der Forscher: “Ein Computer im Zimmer eines 15-Jährigen ist einfach nur Unsinn. So wenig wie möglich Expositionen mit diesen Medien sind nötig, denn sie schaden der Hirnentwicklung und verursachen Sucht.” Facebook, fügt Spitzer an, errichtet eine Art Scheinkommunikation, die Soziabilität eher verhindert als sie fördert. Im Vorschulalter, so weisen neuerdings wissenschaftliche Studien nach, kann digitale Verwendung sogar zu einer Art Blockierung des Hirnwachstums führen. Um das Eltern und Erziehern zu verdeutlichen, nutzt der Forscher das augenärztliche Beispiel der Amblyopie: Selbst die Augen bedürfen von den ersten Lebenstagen an einer gemeinsamen Einübung, um auf natürliche Weise das Sehen in der Konfrontation mit der Umwelt zu lernen. Wenn hier z. B. durch eine kleine angeborene Schwäche das eine Auge eine geringere Dioptrie aufweist als das andere, übernimmt das kräftige Auge die gesamte Arbeit der Sehleistung. Der Mangel an Übung verhindert dann aber das schwächere Auge, das Sehen überhaupt zu lernen. Ja, dieses Auge beweist sich bereits im Alter von acht Jahren als absolut sehunfähig, es bleibt lebenslänglich blind – es sei denn, man zwingt es frühzeitig durch Abdecken des führenden Auges, rechtzeitig selbst mit dem Üben zu beginnen. […]

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2018-08-20T20:28:59+00:00

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