“Der Winter ist vergangen…” Ostern – das grosse Hochzeitsfest im Frühling

Von P. Bernward Deneke – Was feiern wir denn eigentlich an Ostern? Eine Befragung zu diesem Thema fördert teilweise amüsante Ergebnisse zutage. Dass kaum noch jemand um den Inhalt des Pfingst- oder gar des Fronleichnamsfestes weiss, verwundert uns schon lange nicht mehr. Aber nun nicht einmal mehr Ostern? Aus dem Kuriositätenkabinett der Antworten seien zwei genannt: „Ostern ist das Frühlingsfest der Christen.“ – „Ostern ist der Tag, an dem Jesus geheiratet hat.

Der ersten Antwort ist zugute zu halten, dass sie korrekt den Zeitraum angibt, in den das höchste Fest der Christenheit fällt. Die zweite Antwort nennt immerhin die Hauptperson des Festes: Jesus. Das ist mehr als nichts. Ansonsten liegen die Aussagen natürlich daneben. Oder vielleicht doch nicht ganz? Indem ich so darüber nachdenke, kommen sie mir, ehrlich gesagt, nicht mehr so unsinnig vor. Schliesslich hat Ostern sowohl etwas mit Frühling als auch mit Hochzeit zu tun. Wie von selbst fallen mir einige Zeilen aus dem alttestamentlichen Hohelied (2,10-13) ein:

„Mache dich auf, meine Freundin, meine Schönste, so komm doch! Denn sieh, der Winter ist vergangen, der Regen vorüber, ist fort. Die Blumen erscheinen auf dem Feld, die Zeit des Rebschnittes ist gekommen, und der Ruf der Turteltaube erschallt in unserem Lande. Mache dich auf, meine Freundin, meine Schönste, so komm doch!“

Mit Ostern kehrt der Frühling ein

Weshalb hat sich gerade diese Stelle meiner Erinnerung aufgedrängt? Nun, zunächst einmal schildert sie ja eine stimmungsvolle Frühlingsszene. Insofern passt sie zu der Meinung, Ostern sei das Frühlingsfest der Christen. „Der Winter ist vergangen“, das heisst: Der Todesschlaf der Natur, in dem alles erfroren und erstorben dalag, ist vorüber. Das Leben kehrt zurück. Die kahlen Bäume setzen ihr Grün an. Die Pflanzen keimen und blühen auf. Die Welt, in ein neues Licht getaucht, leuchtet und jubelt. Ist das nicht ein Bild für die Wirkungen des Erlösungswerkes?

„Mit diesem Tag ist die Traurigkeit des Winters abgeschüttelt, Frühlingswind weht kosend von Westen, Blumen, verschieden an Art und Farbe wie Geruch, sind ausgebreitet, und allenthalben strömen die grünenden Wiesen ihren süßen Duft aus. – Wer sieht nicht, dass das alles passt zu den himmlischen Geheimnissen? Denn der träge, schmutzige, traurige Winter bezieht sich auf diejenigen, die dem Götzendienste huldigen, gefesselt sind durch Bande weltlicher Vergnügungen, sich der Fleisches- und Gaumenlust hingeben und damit von Gott für die lange Nacht, das heisst für den ewigen Tod bestimmt sind, weil sie das Werk der Finsternis geliebt. Unter dem Frühling aber müssen wir den heiligen Taufquell verstehen: aus seinem fruchtbaren Schoße erstehen, allerdings nicht vom Winde von West, sondern vom Heiligen Geist gesät, verschieden an Gnade, aber eins in der Geburt, die herrlichsten Blüten der Kirche, die in ihrem seligmachenden Glauben göttlichen Duft ausströmen, nämlich unsere lieblichen Taufkinder.“ So heisst es in einer Osterpredigt des heiligen Zeno von Verona (+ 370). […]

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2018-08-20T20:09:28+00:00

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