Die Liebe aus theologischer Sicht – Teil 2

Versuch einer Definition des Begriffes Liebe

Von Kaplan Florian Leppert

Auch für die Theologie ist es nicht einfach den Begriff Liebe genau zu bestimmen. Indes ist die Liebe in der Theologie ein sehr zentraler Gegenstand. Aristoteles betrachtet die Liebe als eine Tugend oder deren Begleiterscheinung. Die Liebenden wollen das Wohl des anderen. Die Liebe wird im AT vor dem Hintergrund des Bundesgedankens von Gott mit seinem Volk gesehen. Im NT wird das Doppelgebot von Gottes- und Nächstenliebe zum Grundgebot. In der Neuzeit wird der Begriff der Liebe vielschichtig und verschieden dargestellt.

So verschieden man also versucht das Phänomen Liebe zu definieren, kehrt jedoch ein Element in allen Kennzeichnungen wieder, die Neigung nach Einswerdung, Daseinserhöhung, nach Glück und Glückseligkeit. Der Philosoph Josef Pieper sieht in dem Aspekt der Einswerdung den wesentlichen Grundzug der Liebe überhaupt. Aus zwei Personen wird in der Liebe gleichsam eine Person. Dieses Einswerden von zwei unterschiedlichen Menschen wird konkret in der erotischen Liebe sichtbar, wobei nicht allein der Geschlechtsakt für sich schon ein Anzeichen für echte Liebe darstellt. Ein weiteres Zeichen der Liebe ist die Freude die man dabei empfindet. Der Mensch liebt es zu lieben. Das Wesen des Menschen ist darauf gerichtet das Gute, Wahre und Schöne zu suchen, es zu lieben und sich daran zu erfreuen. Liebe und Freude sind eng miteinander verbunden. Liebe ist zudem Mitfreude am Wohl des anderen.

Papst Benedikt XVI. sieht den Urtypus der Liebe, ebenfalls wie Pieper, im Einswerden von Mann und Frau, in der Leib und Seele innig zusammenspielen. Gleichfalls weist er aber auf das Problem der Mehrdeutigkeit des Begriffes Liebe hin und versucht anhand einer klassischen Einteilung das Phänomen Liebe genauer zu beschreiben.

 

Selbstliebe, Eros und Agape – Unterschied und Einheit

 

Die Grundvoraussetzung für die Erfahrung von Liebe ist zunächst die Selbstliebe, in der Form von Selbstachtung und Selbstbejahung. Ohne die positive Haltung zu seinem eigenen Sein ist eine Liebesbeziehung zu anderen nicht möglich. Die Selbstliebe ist in der Tat die früheste, alle weiteren Form der Liebe grundlegende und die uns von innen her vertrauteste Erscheinungsform der Liebe. Egoismus und Selbstsucht hingegen schließt das Begriffsspektrum der Selbstliebe nach diesem Verständnis aus. So ist es auch nicht verwunderlich, wenn das biblische Gebot der Nächstenliebe in einem Atemzug die Selbstliebe nennt. Thomas von Aquin drückt dies so aus: „Die Liebe zu anderen stammt beim Menschen aus seiner Liebe zu sich selbst, insofern sich einer zum Freund verhält wie zu sich selbst. Sich selbst liebt man aber, insofern man Gutes für sich will: ebenso liebt man den anderen, indem man ihm Gutes will. Also wird ein Mensch durch seine Empfindung für das eigene Gute notwendig zur Empfindung für das Gute des Anderen hingeführt“. […]

Der vollständige Artikel findet sich im SKS.

2017-04-24T17:05:40+00:00

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