Ein guter Hirte gibt sein Leben

Der selige Vilmos Apor – getreues Abbild des Herrn

Von Pater Bernward Deneke – Am 2. Sonntag nach Ostern, dem sogenannten Gut-Hirten-Sonntag, ruft uns das Evangelium das Opfer Jesu Christi eindrucksvoll in Erinnerung: „Der Gute Hirte gibt Sein Leben für die Schafe.“ (Joh 10,11) Zugleich fällt uns aber auch das Beispiel treuer Hirten der Kirche ein, die ihrem Meister darin nachgefolgt sind. Beispielsweise der bischöfliche Hirte Vilmos Apor.

1892 als Sohn einer adeligen Familie in Rumänien geboren, erlangte er später Berühmtheit als Bischof von Györ in Ungarn. Vorbildlich war sein Einsatz für die ihm anvertraute Herde als Priester, Lehrer und Hirte von Anfang an. Aber über den gewöhnlichen Einsatz hinaus verlangte Christus von ihm eine einzigartige Tat, in der sich das unsterbliche Wort vom Hirten, der sein Leben für die Schafe hingibt, bewahrheiten sollte.

Bereits als junger Priester und Pfarrer zeigte sich Vilmos Apor in besonderer Weise engagiert für die Schwachen und Benachteiligten: für Bauern, die ihre Grundbedürfnisse kaum decken konnten; für Flüchtlinge, die heimatlos geworden waren; für ungerechterweise Inhaftierte. Mehrmals gab er sein letztes Geld, sogar seine eigenen Schuhe, um zu helfen. Und zeigte dadurch schon seine Bereitschaft, das eigene Leben einzusetzen.

Bischof Apor, Nährvater und Schutzherr von Györ

In den 30er Jahren erlebte das nationalsozialistische Gedankengut auch in Ungarn einen Aufschwung. Unter solcher Inspiration erliess die Regierung 1939 judenfeindliche Gesetze. 1943 wurde in Budapest ein Juden-Ghetto errichtet. Dagegen protestierte der mutige Bischof, der ein aufrechter, aber durch nichts zu verbiegender Patriot war, mit aller Schärfe.

Als am 19. März 1944, dem Fest des heiligen Joseph, des Nährvaters Jesu und Schützers der Heiligen Familie wie der Kirche, die Deutschen Györ, Apors Bischofsstadt, besetzten, war er als geistlicher Nährvater und Schutzherr gefordert. Seine Wirksamkeit blieb dabei nicht auf den eigenen Sprengel beschränkt. Ein Bischof hat ja in besonderem Masse an der Katholizität, der alles umfassenden Weite der Kirche, Anteil. Vilmos Apor erwies sich auch in dieser Hinsicht als exemplarischer Mann Gottes und der Kirche.

Im Mai 1944 erfuhr er aus einem Brief Näheres über die Vorgänge in Auschwitz. Daraufhin erhob er gemeinsam mit einigen anderen Bischöfen seine Stimme gegen die Untaten. Auch verfasste er dazu einen Pastoralbrief, der in Ungarn kursierte, dem aber andere kirchliche Würdenträger nicht zustimmten, da er ihrer Meinung nach die Lage nur noch verschärfte. Immerhin kam es zu einem Kompromiss: Der ungarische Ministerpräsident versprach, sich bei den Deutschen für die Juden einzusetzen, dafür sollte Apors Protestbrief von der Bildfläche verschwinden. Bischof Vilmos Apor hatte sich in diesem Kampf für die jüdischen Schafe, die grösstenteils noch nicht zur Herde Christi gehörten (vgl. Joh 10,16), bewährt. Aber ein weiterer, noch härterer Kampf stand ihm noch bevor…Den vollständingen Artikel können Sie als Abonnent des SKS lesen.

2018-04-25T08:23:51+00:00