Bischof Huonder verteidigt vor Bundesgericht den Glauben.

Von Prof. Dr. Reinhold Ortner – Eine Auseinandersetzung zwischen der „Landeskirche Graubünden“ und dem Bistum Chur wegen Unterstützungsgeldern  aus Kirchensteuern für eine Abtreibungsberatungsstelle.

GJW I Die Einführung von politischen Körperschaften nach protestantischem Vorbild, Kantonalkirchen oder Landeskirchen genannt, führt immer
wieder zu Problemen mit den Bistümern. Die politische Körperschaft ist oft eher weltlich ausgerichtet, während der Bischof die Glaubenslehre verteidigt. Der Fall in Graubünden ist dafür typisch. Die Katholische Landeskirche von Graubünden un­terstützt Adebar, die Beratungsstelle für Familienplanung, Sexualität, Schwan­gerschaft und Partnerschaft Graubün­den, mit 15‘000 Franken pro Jahr. Die Diözese Chur versucht hingegen seit 2011, diese Unterstützung zu stoppen. «In der Bera­tungstätigkeit von Adebar ist nämlich die Abtrei­bung eine (angeblich) legitime Option» enthalten, so die Er­klärung des Bistums Chur. Deswegen halte man die Unterstützung von Adebar für «mit dem katholischen Glauben un­vereinbar». Im Strafrecht ist die Abtreibung zwar verboten, aber straffrei unter Bedingungen – ein unmöglicher Zustand. Die Diözese zog schon im Oktober 2012 ein erstes Mal gegen die Landeskirche vor das Bündner Verwal­tungsgericht. Die Landeskirche sei auf eine Beschwerde bezüglich der Unter­stützungsgelder nicht eingetreten, heisst es. Es gab ein juristisches Hin und Her. Die­ses endete damit, dass das Bündner Verwaltungsgericht die Be­schwerde der Diözese am 5. Dezember 2017 abwies. Gemäss kath.ch hiess es im Urteil unter anderem, dass die «Behauptung der Beschwerde­führer, die Ausgabe widerspreche offen­sichtlich der Lehre und Ordnung der römisch-katholischen Kirche», nicht nä­her belegt werde. Es seien keine «Fund­stellen in einem Gesetz oder entsprechen­de Glaubensätze» genannt worden. Offenbar besteht beim Bündner Verwaltungsgericht eine Lücke, was den Dekalog angeht, also hier das 5. Gebot. Oder der Rechtsvertreter der Diözese hat es unterlassen, auf dieses Gebot zu verweisen. […]

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2018-04-25T08:03:32+00:00