«2018 Nein Danke!?»

Von Pfarrer Dr. Guido Rodheudt | Sie rangieren zwischen Bescheidenheit und Unhöflichkeit und sind daher für die Einen ein Grund zum Staunen, für die anderen ein Grund zum Ärgern: die beiden kleinen hingeworfene Wörtchen „Nein Danke!“.

Während im Falle eines großzügigen Angebots, eines Getränks oder eines Sitzplatzes im Bus das „Nein danke!“ als Ausdruck der Bescheidenheit bewundert werden darf, löst es im Fall der Überreichung eines Geschenks mit Sicherheit Enttäuschung und Empörung aus. Das, was man hat schenken wollen, weswegen man sich Mühe machte und Zeit aufwandte, das, über das man sich Gedanken gemacht hatte und liebevoll verpackt, verlangt nach Annahme, Auspacken und echter oder zumindest höflicher Freude. Durch ein „Nein danke!“ des Beschenkten wird eine Regel gebrochen und das Geschenk zum Stolperstein für eine Beziehung. Diesbezüglich ist ein „Nein danke!“ auch der Indikator für ein schlechtes mitmenschliches Verhältnis, aufgrund dessen man von jemandem grundsätzlich nichts geschenkt haben will, zumal wenn man die Erfahrung gemacht hat, dass man mit seinen Geschenken ohnehin nichts anfangen kann.

Wohin mit der geschenkten Zeit?
Am Beginn eines Neuen Jahres stellt sich die Frage, was man mit dem Geschenk der Zukunft des angefangenen Jahres tun sollen: Soll man es freudig entgegennehmen, obwohl man noch gar nicht weiß, was sich unter der Geschenkhülle verbirgt? Oder solle man es aus genau diesem Grund vielleicht doch eher ablehnen? Oder sollte man – wenn es einem denn wie im Falle der persönlichen Zukunft ohnehin aufgenötigt wird und unumgänglich ist, diese entgegenzunehmen – zumindest durch ein „Nein danke!“ signalisieren, dass die Zukunft selten etwas ist, auf das man sich mit Freuden stürzt, weil sie in der Regel böse Überraschungen bereithält.

Wenn man konkret an die letzten Jahreswechsel zurückdenkt, bestätigt sich dies. Denn wer hätte damals geglaubt, dass sich das Böllern zum Jahreswechsel sehr bald schon in die Detonationen terroristischer Mörder wandeln und die freudige Begrüßung des Neuen Jahres schon sehr bald von einer Aufforderung zur Willkommenskultur gegenüber einer Invasion völkerwanderungshafter Flüchtlingsströme abgelöst würde. Also 2018: „Nein danke!“?   […]

Den vollständigen Artikel finden Sie im SKS.

2018-01-24T13:59:14+00:00