Ehrenpreis (Veronica officinalis)

Der echte Ehrenpreis (Veronica officinalis), volkstümlich auch als Allerweltsheil, Wundheilkraut, Veronika oder Grindheil bezeichnet, gehört zur Familie der Wegerichgewächse und ist damit ein direkter Verwandter des Spitzwegerich.

Die mehrjährige Pflanze erreicht Wuchshöhen von 15 bis 30 cm und bevorzugt sonnige bis halbschattige, nährstoffreiche Standorte.

Im Mai und Juni erscheinen die leuchtendblauen Blüten mit einem weisslichen Fleck in der Mitte. Jede Blüte hat vier Blütenblätter, was ein sicheres Merkmal ist, um Verwechslungen mit dem Vergissmeinnicht zu vermeiden.

In der Gattung Ehrenpreis gibt es rund 350 Arten, von denen einige in Mitteleuropa besonders häufig anzutreffen sind wie z.B. der Gamander-Ehrenpreis, auch Katzenäuglein genannt, dessen Heilwirkung etwas schwächer ist.

Im Mittelalter wurde Ehrenpreis innerlich meist bei Erkrankungen der Lunge, Epilepsie, eitrigen Geschwüren, Leber- und Milzbeschwerden sowie Vergiftungen eingesetzt. Äußerlich hat sich das Kraut bei Wunden oder bei Insektenstichen bewährt.

Die hl. Hildegard von Bingen verweist auf die Pflanze vor allem bei Hautleiden: „Wer an der kleinen Krätze leidet, die zwischen Haut und Fleisch ist, der zerstoβe das Kraut mit Fett, und er salbe sich damit. Aber nachdem es schon zu heilen begonnen hat, salbe er sogleich nicht mehr, weil er sonst sein Blut schädigt, wenn er sich dort länger salbt.

In älteren Kräuterbüchern (z.B. P. A. Matthioli, Hieronymus Bock) findet man oft noch mehrere Seiten mit zahlreichen Indikationen und Therapievorschlägen und auch Pfarrer Kneipp empfahl die Pflanze gegen Epilepsie, Husten und Gicht.

Heutzutage hingegen wird der Ehrenpreis zu Unrecht nur noch selten in der Naturheilkunde verwendet, obwohl seine Inhaltsstoffe wie Flavonoide, Gerb- und Bitterstoffe sowie das auch im Spitzwegerich enthaltene, schleimlösende Aucubin eine therapeutische Anwendung –  sowohl äuβerlich als auch innerlich – nahelegen.
Ehrenpreistee reinigt den Körper von Giftstoffen, stärkt das Gedächtnis, reinigt Blut, Leber und Nieren, hilft bei Bronchialleiden, leichten Leberbeschwerden und Harngrieβ. Bei Mandel- oder Zahnfleischentzündungen haben sich Mundspülungen mit dem Tee bewährt. Chronischer Juckreiz durch Ekzeme wird wirksam gelindert und ein zu hoher Cholesterinspiegel kann sich nach kurmäβiger Anwendung wieder in den Normalbereich einpendeln.
Bei entzündeten Verletzungen empfehlen sich Umschläge mit der Abkochung.

Eine Studie aus dem Jahr 2013 konnte entzündungshemmende Eigenschaften an Lungenzellen im sogenannten in-vitro Verfahren zeigen, die Heilungserfolge bei Lungenentzündung erzielten.

Ehrenpreis-Tee:
2 Teelöffel Ehrenpreis mit 1 Tasse kochendem Wasser übergieβen.
10 Minuten ziehen lassen und abseihen.
3 Mal täglich 1 Tasse trinken.

Den vollständigen Artikel finden Sie im SKS.

2018-01-03T01:13:40+00:00