Die O-Antiphonen

mgh | Schon seit dem 6./7. Jahrhundert werden an den letzten sieben Tagen vor Weihnachten in der Vesper,
dem Abendgebet der Kirche, die O-Antiphonen gesungen. Sie drücken die Sehnsucht nach dem Kommen des Herrn aus.
Ihr Name stammt daher, weil sie immer mit dem ausrufenden „O“ beginnen. Ursprünglich waren es Antiphonen
zum Benedictus (Lobgesang des Zacharias, LK 1, 68 ff.) der Laudes.
Sie gehören wohl zum Typischsten des Adventgottesdienstes (ursprünglich gab es neun solcher Antiphonen) und haben nicht nur die gleiche Melodie, sondern auch den gleichen Aufbau:
1. Ein Anruf des kommenden Herrn in einem Titel oder Bild, z. B. O Weisheit, O Wurzel Jesse, O Sonnenaufgang
2. Erklärung und Ausführung des Bildes.
3. Auf die Bitte folgt die Sehnsucht mit dem „veni“ – komm.
In den O-Antiphonen sind  Weissagungen über den kommenden Erlöser zusammengefasst, und man findet in ihnen noch den Nachhall der Sehnsucht des Alten Bundes.

17. Dezember
Erste O-Antiphon: „O Weisheit, aus dem Munde des Allerhöchsten hervorgegangen, du reichst von einem Ende zu andern, ordnest alles kräftig und lieblich an, komm, lehre uns den Weg der Klugheit!“
Der Gottessohn ist hier die noch nicht fleischgewordene Weisheit, die das Weltall schuf.
Das Buch Jesus Sirach, auf das sich die Antiphon bezieht, beschreibt die Weisheit mit fast gottgleichen Attributen: Sie ist ewig und sie umspannt und lenkt das Weltall.
Die Weisheit wird im Neuen Testament auf Christus übertragen. „Gott hat Christus für uns zur Weisheit gemacht, damit wir in ihm ihre Schätze finden“ (Kol 2,3)…

Den vollständigen Artikel finden Sie im SKS.

2018-01-03T01:26:24+00:00