Verfall und Herrlichkeit. Novembergedanken

Von P. Bernward Deneke | Die Natur, dieses Bilderbuch Gottes, macht es uns nicht schwer, den Monat November im Geist der Kirche zu erleben. Im September und Oktober zog der Herbst noch einmal alle Register, uns mit einem Überschwang an Farbenpracht zu verzaubern. Die Ernte offenbarte den Reichtum, der im Auf-und-ab der Witterungen fast unmerklich gewachsen und herangereift war. Jetzt aber fällt die ganze Pracht in sich zusammen. Der nahende Todesschlaf der Natur kündigt sich an. Nicht mehr lange, und der Winter breitet sein weisses Leichentuch über sie aus.

Es kommt nicht von ungefähr, dass viele Menschen gerade im Herbst von wehmütigen, ja niedergeschlagen Stimmungen heimgesucht werden. Hat nicht unser Schöpfer in uns ein tiefes Verlangen nach der Fülle des Lebens (Joh 10,10), nach unendlicher Entfaltung und Vollendung unseres Wesens gelegt? Nun aber müssen wir in der verbleichenden, zerbröckelnden und vermodernden Schönheit der Natur einen Ausdruck unserer eigenen Vergänglichkeit erkennen, der uns verstört und traurig macht. Und ausgerechnet in diese ohnehin schon gedrückte Atmosphäre hinein gemahnt uns die Kirche auch noch an den Tod…

Allerheiligen: freudiger Ausblick am Anfang des Monats

Doch vorher ruft sie uns in ihrer Liturgie mit aller Festlichkeit die leuchtende Wahrheit in Erinnerung, dass das irdische Leben nicht alles ist. […]

Den vollständigen Artikel finden Sie im SKS.

2018-01-03T00:14:11+00:00