Visio beatifica – Die gottselige Schau – Teil 1

Von Kaplan Florian Leppert | Was ist eigentlich Mystik? Wie verhält es sich mit dem Sehen Gottes? Ist dazu Wissen nötig? Diese Fragen wurden von Tegernseer Mönchen im 15. Jahrhundert an Nikolaus von Kues (1401 – 1464) herangetragen. Das Antwortschreiben war Albrecht Dürer, Allerheiligenbild, Landauer Altar (1511). seine Schrift ‘De visione Dei’. Hierin kommt  u. a. auch die Thematik der Glückseligkeit zur Sprache. Bevor die entsprechenden Textpassagen im Folgenden näher vorgestellt werden, wird zunächst versucht, den Begriff der Glückseligkeit zu definieren. Anschließend soll auf die Ereignisse der Zeit vor Cusanus eingegangen werden, da das Denken des Kuesaners von ihnen beeinflusst war. Es handelt sich um die dogmatische Konstitution ‘Benedictus Deus’, die wiederum von der Theologie Thomas von Aquins geprägt war. Hierauf soll der Weg zur Glückseligkeit, wie ihn Cusanus in den Kapiteln 17 und 18 von ‘De visione dei’ beschreibt, vorgestellt werden.

Knappe Definition des Begriffes ‘Glückseligkeit’
Schlägt man in den Lexika unter Glückseligkeit nach, so findet sich dieser Begriff häufig unter dem Stichwort ‘Glück’. Im Lateinischen wird es wiedergegeben mit den Nomina ‘beatitudo’ und ‘felicitas’. Karl-Ernst Georges gibt in seinem Handwörterbuch ‘felicitas’ wieder mit: die Fruchtbarkeit, das Beglücktsein, die glückliche Lage, Umstand, Zustand, oder einfach nur das Glück. ‘Beatitudo’ dagegen hat ebenfalls die Bedeutung ‘glücklicher Zustand’, aber auch ausdrücklich ‘die Glückseligkeit’.

Die ältere Philosophie versteht unter ‘beatitudo’ zum einen ‘das höchste durch eine gute Lebenspraxis zu erreichende Gut, das aus allen Gütern zusammengesetzt ist’, zum zweiten einfach ‘die sich selbst genügende Kraft zum guten Leben’.

Bei Thomas von Aquin ist ‘beatitudo’ und sein Synonym ‘felicitas’ sowohl „die natürliche philosophische Kategorie der von Menschen in diesem Leben aus eigener Kraft zu erwerbenden Glückseligkeit“, als auch „die übernatürliche und theologische Kategorie der in der himmlischen Heimat gnadenhaft geschenkten Vollendung, also das Heil“…
Der vollständige Artikel findet sich im SKS.

2017-04-24T17:06:48+00:00